Ski-Paket von DriveNow im AZ-Check Mit dem BMW ins Hochzillertal - schnell, günstig, komfortabel

Für das DriveNow-Paket ins Zillertal gibt's von uns fünf Sterne. Wie sich die Bewertung zusammensetzt, und weitere Fotos von unserem Trip sehen Sie in der Bilderstrecke. Foto: mag/AZ

Mit dem Ski-Angebot des Car-Sharing-Anbieters landet man unglaublich unkompliziert in einem der besten Skigebiete Tirols. Wer ein bisschen mehr Geld mitnimmt, bekommt exklusiven Luxus-Flair auf über 2.300 Metern Höhe.

Karte drauf, reinsetzen, losfahren, abstellen, Karte drauf, fertig. Fügt man zum klassischen DriveNow-Prinzip noch die Schritte "Paket buchen", "Skipass abholen" und "rauffahren, runterfahren" (in beliebiger Anzahl) hinzu, hat man das Hochzillertal-Paket zusammengefasst, das der Carsharing-Anbieter für autolose Wintersportler in der Stadt parat hat – die AZ hat's getestet:

Einsteigen, buchen, losfahren

Es ist kurz nach 6 Uhr Früh, als wir uns an unserem Testtag über die App informieren, wo das nächste DriveNow-Auto in der Umgebung steht, Entfernung: 220 Meter, wie praktisch! Schnell die Ausrüstung zusammenklamüsert und zum Auto, einem nagelneuen BMW 2er Active Tourer mit Head Up Display und allerlei Sonderausstattung, getragen. Die DriveNow-Kundenkarte entriegelt das Fahrzeug an der Frontscheibe. Keine Viertelstunde ist vergangen, da sitzen wir im voll beladenen Auto und buchen über das Navi-System das Ski-Paket (s. Bild) und schon geht's los.


Das Hochzillertal-Paket kann ganz einfach im Auto aktiviert werden. Ab da ist der Wagen für 24 Stunden für Sie reserviert. Locker ausreichende 350 Kilometer, ein Skipass pro Person und je ein Welcome-Drink im Skigebiet sind inklusive.

Übrigens: Zwar gilt das Ski-Angebot offiziell nur für den Tag der Buchung, wegen der 24 Stunden Laufzeit drückt DriveNow hier aber ein Auge zu. Das heißt, man kann sich schon am Abend vorher das Auto seiner Wahl im Stadtgebiet aussuchen, vor der eigenen Haustür parken und bereits beladen. Den Skipass bekommt man auch am nächsten Tag noch. Bis zu vier Personen können zusammen fahren. Unser 2er ist mit Ski- und Kamerausrüstung für zwei Personen aber schon gut gefüllt. Größere Gruppen sollten einen BMW X1 nehmen oder die Ski-Ausrüstung zuhause lassen und im riesigen und topmodernen Skidepot an der Talstation eine ausleihen.

Bei freien Straßen in knapp zwei Stunden ins Zillertal

Beim Partnergebiet handelt es sich um das Ski Optimal Hochzillertal/Kaltenbach, das über die Autobahn (Vignettenpflicht!) in gut eineinhalb Stunden und ohne Mautstraßen in knapp zwei Stunden zu erreichen ist – bei freien Straßen wohlgemerkt. Am Wochenende kann der Skifahrer-Verkehr durchs Zillertal viel Zeit und Nerven kosten.

Die Autofahrt im neuen BMW ist komfortabel und macht Spaß. Um 9 Uhr biegen wir auf den Parkplatz. Ein Einweiser zeigt uns auf Nachfrage den Weg zum exklusiven DriveNow-Parkplatz direkt unter der Gondel, der leider schlecht ausgeschildert ist und nur Platz für zwei Autos bietet. Den Skipass und zwei Gutscheine für einen Welcome-Drink bekommen wir an der Gondel gegen Vorzeigen der Buchungsbestätigung oder der Kundenkarte und ab geht's mit einer von zwei modernen Gondelbahnen zur Zentralstation.

Top-Pisten für jeden Typ, Sitzheizung im Sessellift

Oben angekommen drückt das Wetter leider auf die Stimmung. Bei 0 Grad auf 1700 Metern Höhe öffnen wir alle Lüftungsverschlüsse unserer Skijacken, rund um den Gipfel sehen wir vor Nebel auch mit Anti-Fog-Brille die Hand vor Augen nicht. Das Fotografieren wird zur echten Herausforderung. Nach einem kleinen Ziehweg zum Warmmachen steigen wir in die Mizunbahn, einem 6er-Sessellift. Dessen Sitzheizung hat (uns etwas zu) ordentlich Dampf, ist an eisigen Tagen aber sicher eine Wohltat nach einer anstrengenden Abfahrt.

Auf welcher Piste genau wir dann die ersten Schwünge setzen, ist aufgrund der begrenzten Sicht schwer zu sagen. Doch was den Schnee angeht, wurde am frühen Morgen (die Bergbahnen fahren bereits ab 7.30 Uhr) ein super Job gemacht. Im top hergerichteten "technischen" Schnee, wie der Präparator ihn nennt, haben die Kanten perfekten Griff und wir einen Heidenspaß.


Klicken Sie auf das Bild für ein interaktives Pistenpanorama

Blau, rot, schwarz, Routen und Funpark – für jeden Pisten-Typ gibt es was im Angebot. Insgesamt kommen sie auf über 88 Kilometer. Ziehwege gibt es extrem wenige, auch wer kein Freund von Schleppliften ist, wird am Tag kein einziges Mal darauf angewiesen sein. Besonders beeindruckend ist die Weitläufigkeit und Variabilität der Hänge. Schnell ist man von der einen zur anderen Abfahrt rübergewechselt, manchmal ohne es gemerkt zu haben. Wem es beispielsweise auf der schwarzen 7 am Krössbichl schon oben in den Wadln brennt, der wechselt einfach rüber auf die rote 6 und landet etwas weniger erschöpft an der 4er Krössbichl-Bahn oder dem 8er Schnee-Express.

Mit dem Skipass kann man sogar hinten runter nach Hochfügen fahren. Hier ist erfahrungsgemäß nochmal etwas weniger los.

Tiefschnee gibt's bei dieser Wetterlage leider keinen. Dennoch sehen wir an den vielen Spuren abseits der Pisten, dass bei entsprechender Schneelage hier quadratkilometerweise gestaubt werden kann, was das Zeug hält. Auch ausgewiesene Freeride-Bereiche gibt es.

Traditionell oder High-Class - was hätten's denn gern?

Als bei uns zum ersten Mal die Wadln brennen, geht's um die Hüttenwahl. Weil wir als DriveNow-Gäste zum Skipass Gutscheine für einen Welcome-Prosecco auf der Wedelhütte oder der Kristallhütte erhalten haben, entscheiden wir uns für erstere. Und schon vor dem Reingehen sind wir das erste mal beeindruckt. Auf 2.300 Metern über dem Meeresspiegel, mitten in den Alpen, steht ein Glaskasten mit einem roten i8 mit der Aufschrift "BMW Mountains" drin. Klar BMW ist offizieller Partner des Skigebiets, Werbung des Autobauers allgegenwärtig, aber was der Elektro-Sportwagen mit Bergen zu tun hat, will sich uns trotzdem nicht ganz erschließen. Kurz das Auto bestaunt, dann geht's nach drinnen.


Da steht ein BMW aufm Berg. Kein SUV, nein, der Elektrosportwagen i8.

Und auch hier fühlt man sich nicht wie auf einer klassischen Ski-Hütte. Das Ambiente ist exklusiv und modern mit traditionellem Touch, aus den Boxen kommt Fahrstuhl-Lounge-Musik. Wer in der Karte nach den Skihütten-Klassikern wie Currywurst oder Spaghetti Bolo sucht, ist Fehl am Platz. Stattdessen gibt es Wiener Schnitzel, Lachsfilet gegrillt an Safranschaum, Filet vom heimischen Almochsen und auch was für den vegetarischen und veganen Magen.

Wir essen Tafelspitz mit Röstkartoffeln, Cremespinat und Semmelkren (19,50 €) und Wedelburger (18,90 €). Dazu gibt's einen Ruß'n (4,50 Euro) und eine Cola (3,20 €). Die Preise sind saftiger als anderswo. Wir bedenken, dass der ganze Krempel auf 2300 Meter transportiert werden musste und lassen uns das Gourmet-Essen schmecken. Man gönnt sich ja sonst nichts.

A propos: wer es so richtig dekadent krachen lassen will, der gönnt sich eine Stunde auf einem Sonnenbett auf der Terrasse, trinkt ein Gläschen Dom Perignon oder macht eine Weinprobe im hauseigenen Weinkeller. Hier kann man wirklich viel Geld ausgeben.

Wer es trotzdem lieber klassisch will und nach der schnellen Jause sofort wieder auf die Piste, den verstehen wir voll und ganz. Und der geht eben auf eine der anderen zahlreichen Hütten im Skigebiet. Auswahl und Preise – hier ist alles beim Alten.

Kinderbetreuung und Funpark - Auch die jüngeren kommen auf ihre Kosten

Nach dem Essen schauen wir uns im Funpark um. Trotz der mauen Schneelage sind auch die ganz großen Kicker für die Profi-Freestyler präpariert. Auch eine Line für mittleres Können und eine für Anfänger lassen keine Wünsche offen. Kicker, Boxen, Rails und sogar eine Natur-Halfpipe. Alles da, alles top in Schuss. Eltern, die gerne die ein oder andere Abfahrt in Ruhe machen wollen, können hier guten Gewissens ihre fortgeschrittenen Sprösslinge absetzen.

Die ganz kleinen sind in der Skischule an der Zentralstation bestens aufgehoben. Hier kümmern sich Lehrer und Betreuer um den Nachwuchs. Es gibt einen abgesperrten Bereich, wo nur Skischüler üben dürfen. Das Highlight: ein eigener Kindergarten am Berg! Die Zwergerl, die noch zu klein für Latten an den Füßen sind, werden hier den ganzen Tag über betreut und bespaßt. Mehr Service geht nicht.



An der Skischule gibt es einen Bereich, wo die ganz jungen Ski-Zwergerl ungestört vom restlichen Trubel lernen können.

Fazit - unkomplizierter geht es nicht

Dann sind wir reif für die Talabfahrt. Bei Plusgraden bereits an der Zentralstation schwant uns böses – die Sorgen um die Beläge unserer Snowboards sind aber weitgehend unbegründet. Die "Stefan Eberharter Goldpiste" ist auch um 16 Uhr noch weitgehend gut in Schuss. Klar, weiter unten wird's dann arg sulzig und schweißtreibend, aber wir müssen abermals vor den Präparatoren der Pisten den Hut ziehen.

Unten am Parkplatz angekommen dröhnt uns auch unter der Woche aus allen Richtungen der Après-Party-Sound um die Ohren. "Komm hol das Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer" - die Versuchung ist da, doch wir müssen noch fahren und gehen schnurstracks die knapp 30 Meter zum DriveNow-Parkplatz.

Klamotten ins Auto geworfen und losgefahren, sind wir zwei Stunden später wieder in der Münchner Innenstadt, laden aus und stellen den Wagen in der nächsten freien Parklücke ab. Das Auto weist uns nochmal darauf hin, zu überprüfen, ob wir nichts vergessen haben. Dann dauert es keine fünf Minuten, da springt die Anzeige in der Scheibe von grün auf gelb. Der nächste Fahrer wartet.

Das DriveNow-Ski-Paket ist für Münchner Wintersportler, die kein eigenes Auto haben, oder einfach mal was Neues ausprobieren wollen perfekt, genauso günstig, wenn nicht günstiger als öffentliche Verkehrsmittel und einfach unglaublich unkompliziert.

Insgesamt gibt's deshalb von der Abendzeitung für das DriveNow-Paket ins Skigebiet Hochfügen-Hochzillertal 5 von 5 Sternen!

Entfernung München - Kaltenbach: 140 Kilometer (Autobahn), 127 Kilometer (Bundesstraße)

Anfahrtsdauer: 1 Stunde 36 Minuten (Autobahn), 1 Stunde 59 Minuten (Bundesstraße)

Anreise Autobahn: Auf der A8 bis Rosenheim, dann auf die A93 Richtung Brenner und bei Kufstein weiter auf die A12 (ab hier Vignettenpflichtig). Dann über die E45 ins Zillertal. 

Anreise Bundesstraße: Auf der A8 bis Holzkirchen, dann Richtung auf der B13 durch Bad Tölz und Lenggries bis zur Grenze und über den Achenpass ins Zillertal.

Staugefahr: Am Wochenende auf der E45 durch das Zillertal, auf der Rückreise über die Autobahn (Grenzkontrollen)

Kosten:  DriveNow-Auto für 24 Stunden inklusive 350 Kilometer, Skipass: 1 Person 135€, 2 Personen 175€, 3 Personen 215€, 4 Personen 255€. Leihausrüstung für 10 Euro Aufpreis pro Person. Alle Infos zum Angebot gibt's hier.

Pistenkilometer: 88,07 km, davon blau 28,70 km, rot 41,30 km, schwarz 13,00 km, Skirouten 3,58 km, Park 1,49 km

Schneehöhen: (13.02.2017): 10 cm (Tal), 90 cm (Berg)

Ausleih-Möglichkeiten: Ski-Depot und Ski-Verleih. Für DriveNow-Kunden ab 10 Euro. Hier geht's zur Übersicht

Mit Kindern: Betreuung und Kurse bei zahlreichen Skischulen, Es gibt sogar einen Kindergarten an der Bergstation

Après-Ski-Level: Hoch! Oben, unten, links, rechts. Überall an diesem Berg kann Party gemacht werden

Extra: Für jeden Mitfahrer gibt's einen Welcome-Drink auf der Kristallhütte oder der Wedelhütte

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