Sicherheitstraining Autofahren im Alter: Wie Sie fit bleiben

Ein Fahrsicherheitstraining kann gegen die Unsicherheit hinter dem Steuer helfen (Symboldbild). Foto: dpa

Fahrtrainings für Senioren bringen mehr Sicherheit, sowohl für ältere Menschen selbst, aber auch für deren Angehörige und letztlich für jeden Verkehrsteilnehmer.

München - Die Unfallstatistik lügt nicht. Bei gut 11 Prozent aller Verkehrsunfälle mit verletzten Personen sind Menschen über 65 Jahren beteiligt. Für sich genommen stellt dies bei einem Anteil dieser Personengruppe an der Gesamtbevölkerung von rund 20 Prozent noch keine Auffälligkeit dar. Allerdings sind in über 60 Prozent der Unfälle die Senioren auch die Verursacher. Darüber hinaus kommt es besonders häufig an Einmündungen und Kreuzungen zu Unfällen mit Seniorenbeteiligung.

In Deutschland wird der Führerschein auf Lebenszeit vergeben. Nach der theoretischen und praktischen Fahrprüfung sind keine weiteren Tauglichkeitsüberprüfungen mehr vorgeschrieben. Doch was tun, wenn man sich im Alter nicht mehr sicher fühlt hinter dem Steuer? Oder wenn die eigenen Kinder sich sorgen?

Sicherheitstraining zur Verbesserung des Fahrverhaltens

Eine gute Möglichkeit die eigene Fahrtauglichkeit wieder zu steigern bieten Fahrsicherheitstrainings. Der ADAC beispielsweise ist nur ein Anbieter, der extra für Senioren ausgelegte Trainings veranstaltet. Eine typische Übung ist die sogenannte Gefahrenbremsung, besser bekannt als Vollbremsung.

Unfallforscher haben schon länger festgestellt, dass viele Unfälle vermieden werden könnten, würde nur einer der Beteiligten schnell genug und vor allem stark genug auf die Bremse steigen. Zum Abbau dieser Hemmschwelle und auch zum Austesten der Leistungsfähigkeit von ABS und ESP des eigenen Fahrzeugs dienen solche Übungen.

Auch zur Kompensation eventueller altersbedingter Einschränkungen beim Lenken des Fahrzeugs gibt es spezielle Übungen. Die Simulation von Nässe oder Glätte inklusive.

Erfahrungsgemäß bringt ein solches Training nicht nur sicherheitstechnisch enorme Fortschritte, es macht auch noch sehr viel Spaß.

Eigenverantwortung und Rücksicht als zentrale Sicherheitsfaktoren

Ob man ab einem gewissen Alter nun regelmäßige Tests zur Fahrtüchtigkeit oder zumindest einen Sehtest vorschreiben sollte, wird weiterhin sehr umstritten bleiben. Man sollte jedoch die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein älterer Menschen nicht unterschätzen. Eine große Gruppe ist sich ihrer abnehmenden Sehstärke und Reaktionsschnelligkeit durchaus bewusst und verzichtet daher zum Beispiel auf Fahrten in der Dunkelheit.

Es ist des Weiteren zu bedenken, dass ein gewisses Alter auch für Erfahrung spricht und diese kann im Verkehr manchmal wichtiger sein als ein Adlerauge.

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