Schon wieder ist eine pikante Sicherheitslücke bei WhatsApp bekannt geworden: Eine Telefonnummer reicht aus, um intime Details eines Nutzer zu stalken.

München - Mit 500 Millionen Nutzern gehört WhatsApp zu den beliebtesten Messenger-Diensten der Welt - und auch zu denen, mit häufigen Sicherheitspannen. Denn: Schon wieder wurde ein Datenschutzleck bei WhatsApp bekannt.

Was Informatiker der Universität Ulm kürzlich aufgedeckt haben, wird viele WhatsApp-User ins schwitzen bringen.

Die aktuelle Sicherheitslücke beim Chat-Dienst erlaubt es unter anderem, nur über die Telefonnummer den Online-Status des zugehörigen Smartphone-Besitzers abzufragen - auch wenn dieser seine Einstellungen bezüglich des Online-Status auf NICHT sichtbar eingestellt hat.

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Um einen Beweis für das gravierende Sicherheitsleck bei WhatsApp zu bekommen, entwickelten die Ulmer Wissenschaftler eine Software und zapften kurzerhand einen WhatsApp-Server an.

Für die Studie stellten sich 19 Freiwillige zu Verfügung, die sich zwei Wochen lang von den Wissenschaftlern überwachen ließen. Das Ergebnis: Die Forscher konnten mit den gesammelten Daten ihrer Probanden umfassende Nutzungsprofile erstellen.

So lässt sich aus Onlinezeiten etwa herauslesen, wann die Nutzer für gewöhnlich aufstehen, wie ihr Tagesablauf ist und zu welchen Zeiten sie auf WhatsApp besonders aktiv sind. Diese Daten könnten zum Beispiel von einem Arbeitgeber mißbraucht werden, um zu sehen, wie häufig und wie lange ein Angestellter über WhatsApp kommuniziert, ob ein kranker Mitarbeiter eine Party oder Veranstaltung besucht, oder ob sie vielleicht sogar Kontakt zu Konkurrenzunternehmen haben.

Aber nicht nur in der Arbeitswelt könnten die Nutzungsprofile in falsche Hände gelangen. Auch Einbrecher könnten über die Sicherheitslücke ausspionieren, wann sich Personen in einem Haus aufhalten, um dann den optimalen Einbruchszeitpunkt rauszufinden.

Datenschützer warnen: Das Ausspionieren und vor allem Protokollieren von WhatsApp-Verhalten einzelner User kommt ansatzweise einer Überwachung gleich - und die ist ohne richterlichen Beschluss illegal.

Die Studie der Ulmer Wissenschaftler soll noch im November diesen Jahres in Melbourne auf der "MUM 2014: The International Conference on Mobile and Ubiquitous Multimedia" vorgestellt werden.