Sicherheitskonferenz 2500 Menschen: Friedlicher Protest gegen die Siko

Rund 2500 Demonstranten protestieren gegen die Münchner Sicherheitskonferenz. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. Foto: Nina Job

"So entspannt wie nie", findet Polizeivizepräsident Robert Kopp den Protest der Demonstranten gegen die diesjährige Sicherheitskonferenz. Die Zwischenfälle.

Altstadt - Sehr friedlich ist die Demo von etwa 2500 Gegnern der Sicherheitskonferenz (Siko) am Samstag verlaufen. Größere Zwischenfälle gab es keine. Nur am Odeonsplatz brannte ein Demonstrant in der Menge eine (verbotene) bengalische Fackel ab. Und ein Autofahrer schlug um sich, weil er wegen der Demo-bedingten Absperrungen nicht mehr aus einem Parkhaus kam.

Polizeivizepräsident Robert Kopp, der den Polizei-Großeinsatz rund um die  Siko bereits zum siebten Mal leitete, war gestern voll des Lobes für die Demonstranten. Wobei der Protest wohl vor allem deshalb so friedlich ablief, weil weniger Gewaltbereite aus dem „schwarzen Block“ nach München gereist waren.

Im Vorfeld hatte die Polizei mit rund 400 potenziell gewalttätige  Teilnehmern gerechnet, gestern wurde noch von maximal 250 gesprochen – und auch die waren zahm geblieben. „So entspannt wie dieses Mal war der Protest noch nie“, freute sich Kopp. Ein Grund sei auch das schöne Wetter gewesen. „Da sind die Leute friedlicher“, so Kopp.
Zum ersten Mal hatte sich der Polizeivize mit Demonstranten vor Ort sogar auf ein Zugeständnis eingelassen.

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Es ging um die „Seitentransparente“: die meist meterlangen Stoffbahnen werden seitlich mitgetragen und sind der Polizei ein Dorn im Auge, da sie die Sicht auf die Demonstranten einschränken. Wenn Bengalos gezündet oder Gegenstände geworfen werden, kann die Polizei nicht sehen von wem.
Der Einsatzleiter ließ sich auf einen Kompromiss ein: Seitentransparente ja, aber mit mehreren Metern Abstand. So hatte die Polizei am Samstag dann auch schnell den Mann herausgefischt, der am Odeonsplatz eine Fackel zündete.

Er war zuvor schon  in Obermenzing kontrolliert worden, als er mit 48 anderen in einem Bus aus Stuttgart anreiste. Im Bus wurden Sturmhauben und Knüppel sichergestellt. Die Polizei nahm alle Personalien auf.

Ein zuvor befürchtetes Sicherheitsrisiko entpuppte sich in der Realität als harmlose, aber wirkungsvolle Aktion. Mitten im Samstagstrubel wollten 50 bis 80 Demonstranten um Organisator Claus Schreer im Gänsemarsch hintereinander durch die Fußgängerzone ziehen, um ihren Protest gegen die „Kriegspolitik der Nato“ kundzutun. Nur mit Bauchschmerzen hatten die Sicherheitsbehörden diese „Picket-Line“ genehmigt.

Die Aktion lief völlig problemlos ab. Und viele der 55 Teilnehmer waren von der Wirkung überrascht: „Die Leute sind neugierig stehen geblieben, die Aufmerksamkeit war riesig“, sagte ein Teilnehmer zur AZ. „Diese Protestform sollten  wir ausbauen. Nächstes Mal müssen wir nur noch Handzettel verteilen.“
Bei der Polizeiführung, die 3100 Beamte eingesetzt  hatte, herrschte gestern große Zufriedenheit und Erleichterung: 130 gefährdete Siko-Teilnehmer hatten sie sicher begleitetet zum  Bayerischen Hof und wieder zurück zum Flughafen.

Im Gegensatz zu 2013 steckten heuer auch weniger Autos im Stau fest oder wurden abgeschleppt, weil deutlich weniger überhaupt mit dem Auto in der City unterwegs waren.

Einem Autofahrer gingen allerdings die Nerven durch: Er wurde von  einem Polizisten gestoppt, als er aus dem Parkhaus am Rindermarkt fahren wollte und musste warten. Da beleidigte er den Beamten und schlug ihm auf die Hand. Jetzt hat er zwei Anzeigen wegen Beleidigung und Widerstands am Hals.

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