Einige Fachkräfte im Ruhestand greifen Azubis bei Problemen unter die Arme

Im Notfall kann Auszubildenden in Deutschland ein Anruf beim Senior Experten Service (SES) helfen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des SES sind normalerweise für Unternehmen und Projekte im Ausland tätig. Seit rund fünf Jahren kümmern sie sich mit der Initiative VerA, kurz für „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen”, aber auch um den beruflichen Nachwuchs. „Wir bieten den jungen Leuten an, dass wir ihnen einen erfahrenen Begleiter zur Seite stellen”, erklärt Walter Fischer von VerA. Diese Begleiter sind Fachkräfte im Ruhestand.
Meldet sich ein Auszubildender bei VerA, weil er zum Beispiel Ärger mit dem Meister hat oder mit dem Lernstoff hinterherhinkt, vermitteln Fischer und seine Kollegen ihm einen der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Dabei gilt zunächst das Prinzip der Nähe: Der Senior Experte sollte nicht weiter als 20 Kilometer vom Azubi entfernt wohnen. Der zweite Punkt beim Matching ist die fachliche Qualifikation: Braucht der Azubi jemanden von der technischen oder kaufmännischen Schiene, oder lernt er einen Heilberuf? Ist ein passender Senior Experte gefunden, versucht er gemeinsam mit dem Azubi, das Problem zu analysieren und eine Lösung zu finden.
„Es geht nicht darum, dass die Mitarbeiter die Probleme der Jugendlichen lösen”, sagt Fischer. Stattdessen helfen die Experten den Azubis, die Probleme selbst zu bewältigen.
Dafür setzen sich Azubi und Mentor etwa einmal wöchentlich zusammen und reden darüber, was dem Jugendlichen bei der Ausbildung Schwierigkeiten bereitet. Hat er einen Streit mit dem Meister, macht der SES-Ehrenamtliche zum Beispiel ein Rollenspiel mit ihm, erklärt Fischer.