Seit 2004 jede Wahl richtig vorhergesagt Ein Münchner LMU-Forscher weiß, wer US-Präsident wird

Donald Trump und Hillary Clinton treffen sich heute Abend zum ersten TV-Duell. Foto: dpa

Die Welt blickt heute Abend gespannt nach Amerika. Dort treffen sich die beiden Präsidentschaftsbewerber, Hillary Clinton und Donald Trump, zum ersten Fernsehduell. Es könnte für viele wahlentscheidend sein. Doch ein LMU-Professort sagt: Hillary gewinnt die Wahl eh!

Washington - Donald Trump hat sich einen Fakten-Check verbeten, er möchte nicht auf konkrete Fragen antworten. Hillary Clinton nimmt - so gehen Gerüchte - seit Wochen Unterricht bei TV-Profis, um auf jede erdenkliche Situation richtig reagieren zu können: Am Abend (live in der ARD ab 02:45 Uhr) treffen sich die beiden Präsidentschaftsbewerber zum ersten TV-Duell.

Das Rennen ums weiße Haus geht also langsam in die wirklich heiße Phase, wobei dieser Wahlkampf schon von Beginn an alles andere als normal war. Der Multi-Milliardär Trump auf der einen Seite, der polarisiert wie kein zweiter und den die Leute trotz nachweislicher Beleidigungen, Unwahrheiten oder stark agitierenden Äußerungen immer mehr zu mögen scheinen.

Und auf der anderen Seite die ehemalige First Lady, ehemalige Außenministerin und der Wall-Street-Liebling Hillary Clinton, deren Sachverstand niemand ernsthaft anzweifelt, die sich aber (gesundheitliche) Schwächen oder Patzer erlaubt, die ihr ihre Gegner schwer anlasten.

Wer von den beiden gewinnt also die Wahl? Umfragen sehen den Vorsprung Clintons immer weiter schmilzen, Trump scheint vor allem bei den Unentschlossenen derzeit viel Zuspruch zu bekommen. Doch der LMU-Professor Andreas Graefe sagt: Völlig egal, wie die Duelle ausgehen: Hillary Clinton wird gewinnen!

Seit 2004 jede Wahl richtig vorhergesagt

Was den Forscher da so sicher macht? Er betreibt seit 2004 die Seite PollyVote, die auf Erkenntnissen der Prognoseforschung basiert. Es kombiniert Ergebnisse von sechs verschiedenen Prognosemethoden, die alle unterschiedliche Informationen berücksichtigen.

"Wir verwenden beispielsweise klassische Umfragen, aber auch Experteneinschätzungen sowie statistische Modelle, welche die Wahl auf Basis des Zustands der Volkswirtschaft oder bestimmter Kandidatenmerkmale vorhersagen. In der kombinierten PollyVote-Prognose liegt Clintons Vorsprung momentan bei fünf bis sechs Punkten. Verglichen mit den letzten Wahlen ist das ein relativ klarer Vorsprung. Auch bei fünf der sechs verschiedenen Komponenten liegt Clinton vorne. Nur bei Modellen, die die wirtschaftliche Lage mit einbeziehen, hat Trump einen knappen Vorsprung. Aber diese Modelle basieren auf der Annahme, dass wir es mit 'normalen' Kandidaten zu tun haben, die eine 'normale' Kampagne führen. Das ist 2016 definitiv nicht der Fall", so Graefe.

Und die Erfahrung, die Graefe mit seinen Methoden hat, scheint ihm Recht zu geben: "PollyVote sagt die US-Wahlen seit 2004 voraus und beginnt schon Monate im voraus mit täglich aktualisierten Prognosen. In den vergangenen drei Wahlen gab es keinen einzigen Tag, an dem PollyVote den Gewinner nicht richtig vorhergesagt hat. Es wäre eine große Überraschung, wenn alle Methoden, die wir verwenden, komplett daneben lägen."

Doch Überraschungen gab es in diesem Wahlkampf immer wieder. Vielleicht ja auch heute Abend im Studio in New York - vor 100 Millionen Zuschauern.

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