Das Krokodil von Schwandorf ist nicht zu fassen: Die Behörden müssen eine Suche abbrechen, jetzt wollen sie das Tier per Videoüberwachung finden. Und: Es hat jetzt endlich einen Namen.

Schwandorf Die Kinder haben so entschieden. Das Krokodil in ihrem Badesee ist kein Monster. Es ist auch kein Phantom. Und schon gar kein Ungeheuer.

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Es heißt einfach Klausi.

So nennen sie ihn in den Schwandorfer Grundschulen: Klausi – abgeleitet von seiner Heimat, dem Klausensee. Dort versteckt sich angeblich das Krokodil. Wenn man zwei Zeugen glauben darf, die ihn Anfang Juli und am vergangenen Samstag gesehen haben wollen.

Schwandorfs Oberbürgermeister tut das. Deshalb ließ er noch einmal am Dienstagabend nach dem Tier suchen, das nach Aussagen eines Rentners und einer Schwimmerin etwa ein Meter lang sein muss.

Nach Anbruch der Dunkelheit, gegen 22 Uhr, stiegen Kräfte der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks in Ruderboote und leuchteten mit Halogenlampen die Wasseroberfläche des Klausensees ab. Er ist rund zehn Fußballfelder groß, doch die Helfer suchten nur in Klausis Revier, an einem Uferstück voller Schilf. „Ein paar hundert Meter“, sagt Stadtsprecher Lothar Mulzer.

Die Retter hofften, die Augen des nachtaktiven Reptils anzustrahlen und ihn so zu finden. Nach 90 Minuten mussten sie aber an Land zurück: Ein Gewitter brachte Donner, Blitze und Regen.

Deshalb lassen sie das jetzt mit den Booten. Schwandorf will das Reptil jetzt mit Kameras suchen. „Fünf bis zehn Stück“ sollen am Uferbereich aufgestellt werden, sagt Mulzer. Jede decke etwa 15 Meter ab. Klausis Welt wird videoüberwacht. „Wir lassen sie bis einschließlich Sonntag dort und werten sie dann am Montag aus“, sagt Mulzer.

Sollten die Kameras das Krokodil nicht aufspüren, werde die Suche aufgegeben, „und wir heben das Badeverbot wieder auf“, sagt Mulzer. Wenn es keinen Schnappschuss gibt, bedeute das, „dass vielleicht gar kein Krokodil da ist.“ Und wenn doch, müsse man es nicht fangen. „Bei der Größe hat es das Gefährdungspotenzial eines Bibers“, sagt Mulzer.

Die Schwandorfer nähmen die Kroko-Jagd recht gelassen, sagt der Sprecher. „Auf jeden Fall gelassener als der Rest des Landes.“ Die Betreiberin der Seeklause am Naturbad im Norden des Sees sieht das etwas anders: „Seit Montag bleiben die Gäste weg“, sagt Claudia Allwang-Wopper.

 

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