Die schwarzen Wahlkämpfer Ludwig Spaenle und Josef Schmid wollen beim Christopher Street Day „Toleranz und Akzeptanz“ demonstrieren. Dagegen regt sich Widerstand: „Das wird kein willkommener Empfang“

München - Es gehört zum Christopher Street Day (CSD) natürlich dazu, dass sich schrille Dinge abspielen. Jedes Jahr, in München seit 1980. Diesen Samstag wird das bunte Polit-Festival der Lesben, Schwulen und Transgender rund um den Marienplatz um eine bemerkenswerte Facette reicher: Zum ersten Mal kommt ein schwarzer Minister der bayerischen Staatsregierung.

Kultusminister Ludwig Spaenle wird CSU-Wahlkämpfer und Oberbürgermeister-Kandidat Josef Schmid auf den CSD begleiten. Beginnend am Stand der LSU, der Lesben und Schwulen in der Union, wollen die beiden am Samstag ab 15.30 Uhr einen einstündigen „Rundgang unternehmen“, wie Schmid der AZ bestätigt.

Der Auftritt, der mit der Wahlkampf-Agentur Schmids abgestimmt ist, soll zeigen, dass Schmid mit seinen weitreichenden Forderungen zur Gleichstellung Homosexueller durchaus Rückhalt in einer Partei genießt, deren Generalsekretär Alexander Dobrindt Schwule als „schrille Minderheit“ abkanzelt.

Nun entert die CSU den CSD. Schmid sieht das als Antwort „auf die Frage, ob die CSU dem toleranten, weltoffenen Schmid wirklich folgt – da sieht man, welche Wirkung ich in die Partei hinein habe. Es ist ein Ausdruck des Wandels der CSU.“

Spaenle betont, dass er nicht zuvorderst als Minister, sondern als Münchner CSU-Chef erscheine. Dass er als Schwabinger Landtagskandidat vor den Wahlen im September nur plump auf Stimmenfang gehen will, weist er zurück: „Ich kann ja nichts dafür, dass der CSD jetzt im Sommer stattfindet und nicht erst im Winter nach der Wahl.“ 

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