Anfrage mit fatalen Folgen Limburger Glockenspiel: Veganerin erhält Morddrohungen

Limburger ist seit Tagen in den Medien - die Geschichte rund um das Glockenspiel wurde von der Presse jedoch verzerrt wiedergegeben. Foto: imago/onemorepicture

Eine Veganerin aus Limburg soll verlangt haben, dass ein angeblich tierfeindliches Kinderlied nicht mehr vom Glockenspiel des Rathauses gespielt werde. Ihre Forderung ging um die Welt - mit verheerenden Folgen.

Limburg - Was als harmlose Anfrage begann, verwandelte sich für eine Frau aus Limburg binnen weniger Tage zum Albtraum.

Eine Veganerin soll von Bürgermeister Marius Hahn gefordert haben, das Kinderlied "Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“ aus dem Repertoire des Glockenspiels zu streichen (AZ berichtete). Der Wunsch der Frau wurde gewährt, sorgte anschließend allerdings für einen gigantischen Medienrummel. Das vegane Glockenspiel machte internationale Schlagzeilen und schaffte es sogar in die New York Times.

Einziges Problem an der Geschichte: der Vorfall soll sich so nicht abgespielt haben. Mimikama.at - internationale Anlaufstelle zur Aufklärung von Falschmeldungen - hat mit der Frau gesprochen und anscheinend herausgefunden, wie es wirklich zu dem "Glockenspiel-Gate" kam.

Die wahre Geschichte

Wie sie gegenüber dem Verein erzählt, begann alles mit einer harmlosen Anfrage. Da das Glockenspiel immer zur Mittagszeit "Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“ gespielt und sie die wiederkehrende Melodie genervt habe, bat sie den Bürgermeister, mit dem sie privat auf Facebook befreundet war, um die Entfernung der Melodie.

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Da das Lieder-Repertoire des Glockenspiels regelmäßig geändert wird, berücksichtigte Bürgermeister Hahn den Wunsch und benutzte die amüsante Geschichte als Anekdote in einer Büttenrede - ab da nahm der Schlamassel seinen Lauf.

Mittlerweile muss sich die Frau, die insbesondere auf Facebook beinahe durchweg als übergeschnappte Veganerin tituliert wird, gegen Gewalt- und Morddrohungen behaupten, außerdem muss sie aufgrund des Drucks ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Geschichte, die zu denken gibt.

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