Was sein Privatleben betrifft, legt Wayne Carpendale Wert auf klare Grenzen. Seine Hochzeit hielt er deshalb auch geheim - zunächst.

Berlin - Wayne Carpendale (36) spielt in der Krimi-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" (12. Dezember, 20:15 Uhr im Ersten) die Rolle des launischen Kommissars Donald Becker an der Seite von Sophie und Fritz Wepper. Der Sohn von Sänger Howard Carpendale ist froh, darin einmal nicht den Sonnyboy spielen zu müssen, verrät er spot on news. Im Interview spricht er zudem über die Beweggründe, warum er seine Hochzeit mit der Moderatorin Annemarie Warnkross geheim hielt.

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Sie haben mit dem Vater-Tochter-Gespann Sophie und Fritz Wepper gedreht. Mit beiden haben Sie auch schon getrennt zusammengearbeitet. Sind die beiden denn anders, wenn sie gemeinsam vor der Kamera stehen?

Wayne Carpendale: Nein. Man stellt sich das immer so familiär vor, aber auch wenn man verwandt ist, begegnet man sich am Set eher kollegial. Ich stand ja auch schon gemeinsam mit meinem Vater vor der Kamera. Da haben wir dann zusammen gearbeitet und nicht unser Familienleben ausgelebt.

Ist es nicht schwierig, wenn privat gerade ein Zwist besteht, den man aber vor der Kamera abstellen muss?

Carpendale: Ach, manchmal ist das sogar von Vorteil. Als ich zu meiner Soapzeit bei "Unter Uns" mit meiner Kollegin auch privat zusammen war, sind die besten Szenen entstanden, als wir uns vorher privat gezofft hatten. Da war dann einfach mehr Pfeffer drin.

Als Kommissar Donald Becker sind Sie ein Freund klarer Worte und schneller Entschlüsse. Trifft das auch auf Sie zu?

Carpendale: Mir macht es Spaß, mal nicht den Sonnyboy zu spielen, sondern den launischen Donald Becker, der keine Menschen mag und Weihnachten nicht ausstehen kann. Entscheidungsfreudig bin ich im Job schon, privat etwas weniger.

Im Film heißt es, der Preis der Prominenz sei hoch. Wie beurteilen Sie das?

Carpendale: Vorab erstmal: Prominent sein ist kein Beruf! Wenn es Dir nur darum geht, berühmt zu sein, dann sind deine fünf Minuten im Rampenlicht schon nach drei Minuten wieder vorbei. Aber es gibt natürlich Berufe, die in der Öffentlichkeit stattfinden - und bei diesen Berufen braucht man für seine Projekte oft eine breite Aufmerksamkeit. Ich habe für diese Aufmerksamkeit nie jegliche Privatsphäre preisgegeben. Ich weiß, wo meine Grenzen sind.

Von Ihnen wird es also keine Homestory geben?

Carpendale: Hat es bisher nicht gegeben und wird es auch nicht, nein. Andererseits stehen meine Frau und ich beide in der Öffentlichkeit. Da hätten wir es kindisch gefunden, zum Beispiel unsere Verlobung zu verheimlichen. Während wir den Hochzeitstermin bis danach geheim gehalten haben, weil wir diesen Tag nur mit unseren Engsten erleben wollten.

Aber auf Ihrer öffentlichen Facebook-Seite haben Sie sogar Fotos von der Trauung gepostet.

Carpendale: Zwei, ja. Aber das haben wir spontan nach der Hochzeit entschieden und haben nicht etwa vorher schon die Fotorechte verkauft. Außerdem sehe ich schon einen großen Unterschied darin, direkt etwas mit den Menschen zu teilen, was die Medien mitbekommen und etwas mit den Medien zu teilen, damit es die Menschen mitbekommen.

Mit "Der Landarzt" wurde eine traditionsreiche Serie im ZDF eingestellt. Haben Sie das Ende der Serie inzwischen verdaut?

Carpendale: Die Entscheidung habe ich damals schon so angenommen und nach vorne geblickt. Ich verrate Ihnen ein kleines Geheimnis: Als Schauspieler bekommt man viel, viel mehr Absagen als Zusagen, egal wie erfolgreich man gerade ist. Wenn man das persönlich nimmt, geht man daran zugrunde. Ich weiß, dass solche beruflichen Gabelungen immer wieder auf mich zukommen werden und freue mich auch darauf. Wäre doch langweilig, wenn mit gerade mal 36 Jahren alles schon feststehen würde. Für die Teammitglieder, von denen einige seit fast zwei Jahrzehnten für den Landarzt gearbeitet haben, tat es mir allerdings sehr leid. Für sie war die Produktion ein Zuhause.

Der Vorteil davon, dass "Der Landarzt" eingestellt wurde, ist, dass jetzt mehr Zeit für Familie ist, oder?

Carpendale: Na ja, ich habe ja auch dieses Jahr viel gedreht und stand im Sommer immer von donnerstags bis sonntags in Bad Segeberg auf der Bühne. Ich bin gern zuhause und freu mich auch sehr darüber, dass "Mord in bester Gesellschaft" in München gedreht wird. Aber auch die unbeständige Seite meines Berufs reizt mich und fordert mich immer wieder aufs Neue heraus. Wäre das anders, wäre die Schauspielerei sicher der falsche Beruf.

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