"Schauen Sie mal böse" Mario Adorf bringt Autobiografie heraus

"Schauen Sie mal böse" heißt das neue Buch von Mario Adorf Foto: Kiepenheuer&Witsch

Mario Adorf spricht in seiner Autobiografie "Schauen Sie mal böse" über seine Kindheit und beschreibt seine ersten Schritte im Schauspiel-Business.

Seine große Karriere begann für Mario Adorf (84) ausgerechnet als Zwerg. Wie er schließlich zum Schauspielstar wurde, beschreibt der gebürtige Schweizer in seinem am 17. August erschienenen Buch "Schauen Sie mal böse" (Kiepenheuer&Witsch, 176 Seiten, 17,99 Euro). Darin spricht er über seine Kindheit und seine ersten Versuche und Erfolge als Darsteller. "Wann hast du gemerkt, dass du Schauspieler werden wolltest? [...] Welche Rolle spielte der Zufall, der Ehrgeiz, das Geld?" - alles Fragen, auf die Adorf Antworten gibt.

 

Kämpfernatur

 

Was sich bei ihm schon bald bemerkbar machte, war sein starker Wille. Der wurde früh von einer Bande herausgefordert, die den mittlerweile 84-Jährigen als Jungen bestahl und sogar verprügelte. Adorf handelte und meldete sich in einem Box-Kurs an, wo er auf seine Peiniger traf. Er lernte, sich zu verteidigen und "zahlte es ihnen heim".

Adorf lebte "bis zum Abitur [...] ohne ein nennenswertes kulturelles Leben", auch hatte ihm jemand gefehlt, der ihn "beraten, [...] einen Weg gewiesen hätte", schreibt Adorf. Und doch hat der Schauspieler diesen letztendlich ganz allein gefunden...

Adorf geht auf die "Skala der Erfahrungen und Empfindungen des Menschen" ein, "denen sich der Schauspieler stellen und die er darstellen muss" - verrät den Grund, warum er Schauspieler geworden ist: Um "Menschen zum Lachen zu verführen". Um komische und auch andere Rollen überzeugend darstellen zu können, müsse der Schauspieler den Menschen in allen möglichen Situationen beobachten. Dabei empfindet Adorf vor allem das Beobachten von Krankheit und Tod als "zwanghaft und grausam".

 

Nahtoderfahrung

 

Wie weit dieses Beobachten bei ihm geht, macht Adorf mit der Geschichte über einen Autounfall deutlich, bei dem er knapp dem Tod entkommen ist: "Als erstes schaute ich in den Rückspiegel, um mein Gesicht genau zu beobachten: Wie schaut einer aus, der gerade dem Tod von der Schippe gesprungen ist? Weiß ich jetzt mehr, könnte ich es abrufen, wiederherstellen, wenn ich es eines Tages darstellen müsste?"

Eins steht fest: Mario Adorf, der seinen ersten Auftritt mit vier Jahren in einem "Kostüm mit roter Zipfelmütze [und] einem langen weißen Bart" hatte (als siebter Zwerg in "Schneewittchen und die sieben Zwerge"), ist schon längst kein Zwerg mehr. Ganz im Gegenteil, ist er zu einem Star avanciert, der schon früh mit seiner "Kraft und Naivität" auf sich aufmerksam machte.

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