Klar, dass die Bayern diese Saison den Titel holen. Die Frage ist nur: wann? Die AZ rechnet hier verschiedene Szenarien durch. Das Ergebnis: Läuft alles perfekt, gibt’s die Schale schon zu Ostern

MÜNCHEN Es gibt ja diesen berühmten Satz von Uli Hoeneß, ausgesprochen am 5. November 2006 nach einem 2:2 auf Schalke. „Der Nikolaus ist kein Osterhase”, sagte Hoeneß damals. Und meinte: Wer im Dezember vorne steht, ist wurscht – erst wer nach Ostern noch oben trohnt, darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Meisterschale machen.

In dieser Saison ist das anders: Egal ob November, Dezember oder Januar – der FC Bayern lässt seit Monaten keinen Zweifel mehr daran aufkommen, wer 2013 das Silberstück in die Vitrine stellen darf. Die Frage ist, angesichts von elf Punkten Vorsprung auf Bayer Leverkusen und zwölf auf Borussia Dortmund auch nicht mehr, OB der FC Bayern Meister wird, sondern WANN.

Die AZ hat einen Taschenrechner bemüht und drei Szenarien untersucht:
Kühnsten Berechnungen zufolge ist die Meisterschaft sogar schon am 10. März nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf am 25. Spieltag möglich – siehe Szenario eins im Kasten rechts oben. Dazu müssten Leverkusen, BVB und Frankfurt aber schon fast den Spielbetrieb einstellen.
Realistischer ist schon Szenario zwei rechts in der Mitte: Laut Tipp der AZ-Sportredaktion würde der FC Bayern die Meisterschaft dann – ganz nach dem Hoeneß-Zitat – am Ostersonntag nach dem Heimspiel gegen den HSV feiern.

Rechnet man alle bisherigen Ergebnisse einfach hoch, erhält man Szenario drei, zu sehen rechts unten: Titel am 29. Spieltag nach dem Derby gegen den 1. FC Nürnberg.

Egal ob eins, zwei oder drei: So früh, wie es für die Bayern möglich ist, war noch nie jemand Meister. Köln stand 1964 zwar nach 28 Runden am 18. April als erster deutscher Champion fest, damals gab’s bei 16 Teams in der Liga aber nur 30 Spieltage. Vier Runden vor Schluss – also am 30. Spieltag – machte der FC Bayern 1973 und 2003 die Meisterschaft klar. Folgt 2013 nun ein neuer Rekord?

Voraussetzung für die Bayern-Party im März: die Form muss so exzellent bleiben. Seit 17 Pflichtspielen ist der Rekordmeister nach dem 2:0-Sieg beim VfB Stuttgart am Sonntag ungeschlagen, hat in 19 Liga-Spielen 13-mal zu Null gespielt, nur sieben Gegentore kassiert – die Abwehr als Fundament für die mögliche Rekordmeisterschaft. „Wir haben das Abwehrverhalten, für das wir oft kritisiert wurden, viel besser im Griff”, sagte Philipp Lahm am Sonntagabend und rechnete vor: „Der VfB hatte in der ersten Halbzeit eine, in der zweiten kaum eine.” Macht höchstens 1,5. Zu wenig, um die Bayern zu gefährden. Weil’s irgendwann immer vorne „Klick” macht. „Wenn wir gut stehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir ein Tor erzielen”, sagte Trainer Jupp Heynckes. Seine Arbeit fruchtet. Hinten dicht, vorne eiskalt.

Dennoch haben seine Spieler den Willen, auch wieder besser nach vorne zu spielen als bei den 2:0-Siegen zuletzt gegen Fürth und Stuttgart. „Wir mussten auf einen Fehler des Gegners warten, das ist auf Dauer nicht unser Anspruch”, sagte Kroos. Und Sportvorstand Matthias Sammer, der ewige Mahner, meinte: „Gut wird in der Rückrunde nicht reichen, wir müssen uns wieder auf ’sehr gut’ programmieren. Auf diesem Weg sind wir.”

Also setzen sich die Bayern andere Ziele. Bastian Schweinsteiger meinte, ganz im Ernst, es wäre sein Traum, die Rückrunde komplett ohne Gegentor rumzubringen. Manuel Neuer fände dies sicher ganz okay. Denn dann bringt der Osterhase tatsächlich die Meisterschale.

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