Rockbox Eat Stilvoll abrocken in Haidhausen

Tapete und freigelegte Backsteine geben dem „Rockbox Eat“ die persönliche Note: Bisher versuchte sich hier die Theater-Gastronomie „Exil“. Foto: Petra Schramek

Das „Rockbox Eat“ hat in einem Altbau an der Rosenheimer Straße das „Exil“ abgelöst. Mittags wird hier gut und günstig gegessen, am Wochenende gerockt und donnerstags gelacht

Sabine Wunderlich rennt. Es ist Mittag, jeder einzelne Platz des „Rockbox Eat“ ist mit Gästen besetzt, die neugierig sind auf das Drei-Gänge-Menü für 7,50 Euro. Die Comedy-Veranstaltung am Vorabend war so gut besucht, dass die Gastronomin zur Tanke fahren musste, Bier nachkaufen, jetzt fehlt eine Servicekraft.

 Aber Wunderlich ist keine Anfängerin und hinterlässt auch in dieser Schicht zufriedene Gesichter. Bei dem großen Tisch voller Kollegen, bei dem Mann am Tresen, den sein Menü bei der Zeitungslektüre begleitete und beim Rentner-Ehepaar, das zum Blaubeer-Lavendel-Tiramisu zwei Espressi geordert hat. Das Publikum ist gemischt, am Wochenende gegen Abend wird die Musik lauter, die Leute jünger, die Atmosphäre Bar-lastiger.

Sabine Wunderlich und ihre beiden Partner betreiben gemeinsam schon die „Rockbox“ im Tal – eine nette kleine Kneipe. Dabei sollte es aber nicht bleiben, und so haben die Drei jetzt das ehemalige „Exil“ an der Rosenheimer Straße bezogen. Einen schönen Altbau, die Backsteinwand haben sie in Teilen freigelegt, daneben hängen König-Ludwig-Pop-Art-Drucke. Im Nebenraum finden jetzt immer donnerstags Comedy-Veranstaltungen statt, diese Woche tritt Rainer Breuer auf.

Auf den hellen Holztischen landen hübsch angerichtete Teller, aus frischen Zutaten zubereitet. „Unser Konzept ist eher darauf ausgerichtet, dass die Leute sich Zeit zum Genießen nehmen“, sagt die Wirtin, „aber wenn es schnell gehen soll, können die Leute ein einzelnes Gericht bestellen oder Bescheid sagen, dann beeilen wir uns in der Menü-Abfolge.“ Auf Kastaniencremesüppchen mit Trüffelsahne folgt etwa Welsfilet auf roten Balsamicolinsen, gratinierte Gorgonzola-Spirelli mit Walnüssen und Äpfeln oder ein Medaillon von der Schweineachse auf Bulgur mit Austernpilzen, zum Schluss Dessert.

Abends wird à la Carte gespeist, neue Kreationen ergänzen die Gerichte aus dem Mittagsangebot. „Wir machen hier keinen auf Cocktailbar“, sagt Wunderlich. Aber Longdrinks und ein paar feine Spirituosen verführen zum Versacken. Dann wird es rockiger, im Rockbox Eat.


Rosenheimer Straße 108, Mo. bis Fr. 11 bis 24 Uhr, Sa. 17 bis 1 Uhr, rockboxeat.de, Tel.: 12 22 99 38

 

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