Rentnerin umgestoßen Körperverletzung: Hohe Strafe für Münchner Pegida-Chef

Der Münchner Pegida-Chef Heinz Meyer während einer Kundgebung. Foto: Petra Schramek

Das Gericht verurteilte Pegida-Chef Heinz Meyer zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen. Wird das Urteil rechtskräftig, ist Meyer damit vorbestraft.

München - Wenn ihm jemand im Weg ist, ist Pegida-Chef Meyer offenbar wenig zimperlich: Im März vergangenen Jahres hatte er eine alte Frau bei einer Kundgebung so stark geschubst, dass sie hinfiel und in eine Klinik gebracht werden musste. Jetzt stand er wegen Körperverletzung in zwei Fällen vor dem Münchner Amtsgericht.

Laut der Süddeutschen Zeitung (SZ) verurteilte der Richter Meyer zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Sollte es dabei bleiben, ist Meyer damit vorbestraft (dies gilt ab einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen). Dem Zeitungbericht nach flossen in die Strafe noch zwei weitere Taten mit ein: Eine Körperverletzung im Straßenverkehr, und dass Meyer bei einer Pegida-Kundgebung ein Enthauptungsvideo gezeigt hat.

Erst eine Woche zuvor gab's bereits ein Urteil gegen Meyer

Solche Gewaltdarstellungen sind in Deutschland verboten - was den Pegida-Chef aber offenbar nicht kümmert: Erst im Dezember hatte die Polizei einen antisemitischen Zeichentrickfilm gestoppt, den Meyer bei Pegida vorgeführt hatte, berichtet die SZ. Bei der Körperverletzung im März hatte Meyer auf dem Marienplatz eine 75 Jahre alte Frau geschubst, weil sie offenbar für Meyers Geschmack zu nahe an den dort aufgestellten Lautsprechern stand. Die Frau sei laut Polizei über eine Metallkiste gestürzt, so die SZ. Dabei erlitt sie eine Platzwunde an Stirn und Nase.

Nur eine Woche vor dem aktuellen Prozess war Meyer bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Grund: Er hatte bei einer Kundgebung mehrfach den Goebbels-Satz "Wollt ihr den totalen Krieg?" zitiert. Wie die SZ berichtet, war Meyer erst im Dezember verboten worden, weiterhin Pegida-Versammlungen zu leiten. Dieser Bann gilt zunächst für ein Jahr. Als Grund werden mehrfache Rechtsverstöße auf Kundgebungen genannt.

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