Arno P. (60) kann das Dealen nicht lassen. Er und zwei Spezl stehen jetzt erneut vor Gericht

München - Ein eigenartiges Trio hatte sich da auf der Anklagebank versammelt. Die drei gesetzten Herren (61, 60 und 49 Jahre alt) sollen sich im Sommer letzten Jahres in München als Drogendealer ein paar Euro zum Lebensunterhalt dazu verdient haben, sagt die Staatsanwaltschaft. Sie bekamen kiloweise Haschisch geliefert, um es in kleinen Mengen zu verkaufen. Pro Gramm (Preis: 7 bis 10 Euro) machten sie etwa zwei Euro Gewinn. Ein mühsames Geschäft.

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Horst W. (49) will in das Drogengeschäft unvermittelt reingerutscht sein. „Aus Freundschaft und Hilfsbereitschaft“ habe er das Haschisch zunächst gelagert und später selber verkauft. Das Geld, das er dafür kassiert habe, sei lediglich eine „Aufwandsentschädigung“ gewesen.

Daraufhin kam es zum Streit auf der Anklagebank. Sein Komplize, der einschlägig vorbestrafte Arno P. (60), widersprach heftig: Horst W. habe sich gut im Geschäft ausgekannt und die Hälfte des Gewinns eingesackt. „Egal wer von uns gerade etwas verkauft hatte.“

Der Gröbenzeller Arno P. hat ein bewegtes Leben hinter sich, lebte in Indien, in Amsterdam und Südfrankreich. Drogen waren für den Alt-Hippie ein ständiger Begleiter. Auch nach seinem letzten Gefängnisaufenthalt fiel ihm bald nichts Besseres ein, als erneut zu dealen.

Von dem Trio bestreitet allein Alexander B., gedealt zu haben. Arno P., den er im Knast getroffen hatte, habe ihm zwar knapp hundert Gramm am Stück gegeben. Aber nur weil dieser in Eile gewesen sei. „Schneid’ dir ein Stück ab, den Rest hole ich mir später ab, hat er zu mir gesagt“, berichtet der 61-Jährige. Arno P. bestätigte seine Angaben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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