Rente mit 67? Nein, danke! 70 Jahre im selben Job: Das sind Bayerns fleißigste Arbeiter

Hans Reindl wurde in München für unvorstellbare 70 Jahre Arbeit geehrt. Foto: Gert Krautbauer

Viele Menschen sehnen sich nach dem Arbeitsleben nach dem Ruhestand. Es gibt aber welche, die noch viel länger arbeiten wollen.

München - Die Rente wurde spät im Wahlkampf dann doch noch zum großen Thema. Nämlich als die Bundeskanzlerin den Menschen beim TV-Duell hoch und heilig versprochen hat, dass das Rentenalter eben nicht auf 70 Jahre angehoben wird. Herausforderer Schulz hatte ihr im Vorfeld vorgeworfen, die Rente mit 70 nach der Wahl durch die Hintertür einführen zu wollen.

Rente mit 67? Darüber können unsere Protagonisten nur müde lächeln. Die sind schon alle ein bisserl älter, mach einer sogar schon richtig alt. An Ruhestand denken sie jedoch noch lange nicht.

Am Mittwoch ehrte der Freistaat Bayern Arbeitsjubilare, die heuer ihr 50-, 60-, 70- oder gar 75-jähriges Jubiläum feiern können. Die AZ stellt fünf von ihnen vor.

Der Mann, der alles mitmacht

Hans Reindl (85) bei der Urkundenvergabe mit Staatssekretär Johannes Hintersberger. Foto: Gert Krautbauer

Hans Reindl trat als 15-jähriger im Jahr 1947 seine Ausbildung als Schriftsetzer an. Seit 70 Jahren arbeitet er schon für den A. Miller Zeitungsverlag in Traunstein, der unter anderem auch Teile der Auflage der AZ druckt.

Dabei ist sein Beruf einer, der sich in den letzten Jahrzehnten technologisch rasant verändert hat. "Zu Beginn meiner Lehre habe ich noch die Druckweise nach Gutenberg mit den beweglichen Lettern gelernt",erinnert sich der 85-Jährige.

Seit 1996 leitet Reindl sein eigenes Druckereimuseum. Dort stellt er die Geschichte des Druckwesens dar, die er selbst ja hautnah miterlebt hat.

Die Kümmerin

Ordensschwester Mathildis Romberger (79). Foto: Aqib Butt

Mathildis Romberger feiert ihr 50-jähriges Jubiläum bei den Barmherzigen Brüdern. Zwischen 1971 bis 2012 arbeitete sie in der Verwaltung des Vinzentinum Krankenhauses. "Die Aufgaben dort kamen meinen Fähigkeiten sehr gut entgegen. Deshalb hat es auch so gut gepasst.", sagt Romberger.

Derzeit arbeitet die 79-jährige Ordensschwester als Hausoberin im Betreuten Wohnen im Vinzentinum Ruhpolding im Chiemgau.

Seit 1957: Der Macher

Hans Reidl (74) nach dem Festakt in der Residenz. Foto: Aqib Butt

Der Maschinenbauschlosser Hans Reidl feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Dienstjubiläum. Am 1. August 1957 begann er mit seiner Ausbildung Bemerkenswert ist, dass Reidl bis heute die körperlich anspruchsvolle Arbeit macht. "Die Job ist schon anstrengend. Keine Frage. Die Arbeit macht mir aber einfach sehr viel Spaß. Ich habe viele Jahre lang im gleichen Team gearbeitet, da konnte ich mich auf jeden verlassen.", erzählt Reidl. Zurzeit ist der 74-jährige in Teilzeit beschäftigt. "Wenn Not am Mann ist, springe ich gerne ein."

Der Dauerbrenner

Der 89-jährige Versicherungskaufmann Emil Mock (89). Foto: Aqib Butt

Der 89-jährige Emil Mock arbeitet nun schon seit sage und schreibe 75 Jahren für die Versicherungskammer Bayern, die früher Bayern-Versicherung hieß.

Mit gerade einmal 13 Jahren im Jahr 1942 fing er mit seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann an. Zwei Jahre später hatte er sie abgeschlossen. Zuallererst durfte Mock im Innendienst arbeiten. 1962 folgte dann der Wechsel in den Außendienst. In den 70er Jahren gründete Emil Mock dann seine eigene Agentur Mock & Partner, die als Subdirektion für die Versicherungskammer Bayern fungiert. Dort empfängt er Tag für Tag Kunden und berät sie in Sachen Versicherungen. Die Agentur leitet er gemeinsam mit seiner Familie.

Ans Aufhören denkt der 89-jährige noch lange nicht. "Wieso sollte ich aufhören? Es ist alles aus dem Nichts entstanden und ist deshalb eine Herzensangelegenheit für mich. Ich mache solange weiter, wie es geht."

40 Jahre: Die Soziale

Irmgard Schneider (62) mit ihrem Chef Johannes Nauerz. Foto: Aqib Butt

40 Jahre lang arbeitet Irmgard Schneider (im Foto mit Direktor Johannes Nauerz) schon in der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte in München. Seit 1995 hat die 62-jährige sogar die Heimleitung inne. "Mein Ziel ist es, den Jugendlichen mit Behinderungen hier alles anzubieten, damit sie so viele Erfahrungen wie möglich sammeln, die sie später in ihrem Leben anwenden können", so Schneider.

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