Reise Thailands Süden: Probier’s mal mit Gemütlichkeit...

Lässt sich’s vor den Augen ihres „Mahuts“, ihrem Pfleger, gut gehen: Dickhäuter-Dame Chom Poo. Rund 2500 freilebende und 3000 domestizierte Asiatische Elefanten gibt es noch in Thailand. Foto: Tobias Wolf

Neben Party unter Palmen hat Thailand auch eine ruhige Seite. Diese lässt sich auf einer kleinen Rundreise im Süden des Landes zwischen Khao Lak und Phuket entdecken.

Behutsam lässt sich die tonnenschwere, mehr als zweieinhalb Meter große graue Riesin gegen einen Baumstumpf fallen. Genüsslich reibt sie ihren Hintern an dem knarzenden Stück Holz. Es scheint, als husche ein Lächeln über ihr Gesicht. Die Elefantendame Chom Poo ist eine von 16, die im "Elephant Hills Camp" eine neue Heimat gefunden haben. Die Auffangstation für Dickhäuter liegt am Rande des Nationalparks Khao Sok, etwa eine Autostunde nördlich von Khao Lak.

Doch Chom Poo und ihre Freundinnen hatten nicht immer ein so unbeschwertes Leben. Einige der Elefantinnen wurden als Arbeitstiere im thailändischen Regenwald gehalten, mussten Baumstämme aus dem Dickicht des Dschungels ziehen, wurden misshandelt und angekettet. Andere dienten als Showattraktion für Touristen. Mit Gewalt wurden ihnen unnatürliche Kunststücke abverlangt. Noch heute ist das nicht artgerechte Elefantenreiten bei Touristen beliebt.

"Am Horizont bewegte sich etwas, lautes Grollen war zu hören"

"Wir machen so etwas nicht. Das ist falsch und gegen die Natur der Tiere. Wir retten sie", versichert Kwang, Mitarbeiterin im "Elephant Hills Camp". Hier dürfen Urlauber die Tiere füttern und waschen. "Das macht den Elefanten Spaß", sagt Kwang. Langsam gewinne auch in Thailand das Wohl der Tiere an Bedeutung. "Aber es ist noch ein langer Weg." Chom Poo und ihre Kameradinnen, die älteste ist 72 Jahre alt, dürfen ihren Lebensabend in Ruhe genießen. Wenngleich sie die Qualen der Vergangenheit nie vergessen werden.

Vergessen werden auch Kanit (40) und Peng (50) nie. Das Paar betreibt ein Hotel in Khao Lak. Es hat den Tsunami vom 26. Dezember 2004 miterlebt – und überlebt. "Das Wasser ging plötzlich ungewöhnlich weit zurück, aber ich dachte mir nichts dabei, machte Fotos", erinnert sich Kanit. Auch in Thailand kannten die Menschen Tsunamis nicht. "Dann fingen die Leute aber an, sich zu wundern. Am Horizont bewegte sich etwas, lautes Grollen war zu hören", erzählt er. Eine bis zu 30 Meter hohe Welle rollt auf Kanits Hotel zu, er rettet sich mit Mitarbeitern aufs Dach, sie kämpfen ums Überleben. "Wir verstanden nicht, was da gerade passiert", sagt Kanit.

Menschen schreien, rufen um Hilfe. Von seiner Frau Peng fehlt jede Spur. Während er seine Erinnerungen schildert, rollen ihr Tränen über die Wange. Es sind die schlimmsten Stunden im Leben des Paares. Kanit rettet sich schwimmend zur Hauptstraße. Erst am Abend kann er seine Frau im Krankenhaus in die Arme nehmen. Auch Peng hat es aus den Wassermassen geschafft. Doch viele andere schafften es nicht. Insgesamt 230.000 Menschen riss der Tsunami in den Tod.

Das Hotel lag in Trümmern

Auch Kanit und Peng mussten um fünf Mitarbeiter und einen Urlauber trauern. Ihr Hotel lag in Trümmern, sowie der gesamte Küstenstreifen Khao Laks. Ans Aufgeben dachten die beiden aber nicht. Sie bauten alles wieder auf. Nur zwei Jahre nach dem Tsunami eröffnen sie wieder. Andere tun es ihnen gleich. So ist von den Spuren des Tsunamis inzwischen nichts mehr zu sehen. Nur der steile Strand, den die wuchtigen Wellen formten, und Warnschilder zeugen noch von der verheerenden Katastrophe.

Heute hat Thailand ein Frühwarnsystem. Khao Lak ist eine ruhige Urlaubsregion. Volle Partystrände wie auf Phuket oder Koh Samui gibt es nicht. Hier kann man sich erholen, einen Tauch- oder Schnorchelausflug machen und eine traditionelle Thai-Massage genießen.

Abwechslung bietet ein kultureller Abstecher nach Phuket. Von Khao Lak aus dauert die Fahrt rund eineinhalb Stunden. Phuket, Thailands größte Insel, hat etwa 320.000 Einwohner. Die gleichnamige Stadt ist geprägt vom Erbe chinesischer und portugiesischer Einwanderer. Goldverzierte und farbenfrohe chinesische Tempel zieren Phuket. In der Altstadt mit ihren kleinen Läden und Cafés stechen die bunten Häuser im Kolonialstil ins Auge. In den Restaurants und Garküchen der Stadt lässt sich die traditionelle thailändische Küche genießen. Viel Reis, viel Fisch, viel Huhn, viel Gemüse, viel Chili, viel Curry – und noch mehr Gewürze. Nichts für empfindliche Gaumen.

"Bhumipol wird uns nie richtig verlassen"

Und immer allgegenwärtig: der am 13. Oktober 2016 gestorbene König Bhumibol Adulyadej. Sein Konterfei prangt an allen Ecken. Wer bereits dachte, die Begeisterung der Briten für ihre Queen sei nicht zu überbieten, der hat die spezielle Beziehung der Thailander zu ihrem Königshaus noch nicht erlebt. "Er war der Vater aller Thailänder", schwärmt Reiseleiterin Kannika von Bhumibol. Übrigens: Nachnamen sind in dem südostasiatischen Land nebensächlich. "Sie sind viel zu lang", scherzt Kannika. 70 Jahre lang saß Bhumibol auf dem Thron. "Er wird uns nie richtig verlassen", sagt Kannika.

Die einjährige Staatstrauer dauert noch bis Oktober. Für die Bestattung wird extra ein pompöses Krematorium in Bangkok gebaut. Im September soll es fertiggestellt werden. Formell in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist bereits Maha Vajiralongkorn. Die feierliche Krönung findet erst nach der Trauerperiode statt. In München ist der 64-Jährige kein Unbekannter. Das Blaublut besitzt zwei Millionen-Villen am Starnberger See und fiel immer wieder durch Eskapaden auf. Von einem Skandal-Prinzen will man in Thailand aber nichts wissen. Bilder, die Vajiralongkorn bauchfrei, mit Tätowierungen und in verwaschenen Jeans zeigen, halten viele Thailänder für gefälscht.

Mit einer knapp einstündigen Bootsfahrt nach Koh Yao Noi kann man Stadtlärm und Verkehr wieder hinter sich lassen. Die kleine Insel ist touristisch noch wenig erschlossen. Bungalows liegen direkt am Strand. Zu Abend gegessen wird mit Blick auf das Meer und die steil aufragenden Kalksteinfelsen, die sich im Orange der untergehenden Sonne entzünden. Auf Koh Yao Noi will man nur eines: die Ruhe genießen und es sich wie Elefantendame Chom Poo gut gehen lassen.


Reiseinfos für den Thailand-Urlaub

Flug: Mit Thai Airways von Frankfurt direkt nach Phuket. Dauer: etwa zwölf Stunden. Preis: 500 bis 700 €.

Reisezeit & Temperaturen: Die Hauptregenzeit in Thailand ist zwischen Mai und November. Die beste Reisezeit ist also von Ende November bis Mitte April. Die Temperaturen liegen stets um die 30 Grad Celsius.

Unterkünfte:

(Vier-Sterne-Hotels)

TUI Sensimar Khao Lak Beachfront Resort: www.tui.com/hotels/tui-sensimar-khaolak-beachfront-resort-260108/hotelinformation/

Haadson Resort Khao Lak: www.haadsonresort.com

Elephant Hills Camp Khao Lak: www.elephanthills.com

Paradise Koh Yao Noi: www.paradise-kohyao.com

Politische Lage: Trotz Militärregierung stabil. Neuwahlen soll es noch 2017 geben.

Währung: Baht (1€ = 36 Baht).

Weitere Informationen: TUI Kundenservice:  Telefon: 0511/56780105, info@tui.info

TUI Deutschland GmbH, Karl-Wiechert-Allee 23, 30625 Hannover

 

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