An der Reichenbachbrücke birgt die Feuerwehr einen Betrunkenen. Dabei mischen dutzende Einsatzkräfte mit - muss das sein? Ja, sagt die Feuerwehr.

MÜNCHEN - Er schlief an der Isar seinen Rausch aus – und sorgte am Ende für Stau, hunderte Schaulustige und jede Menge Fragen.

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Die Bergung des Mannes an der Reichenbachbrücke am Sonntag führte zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Die war mit zehn Fahrzeugen und etwa 35 Einsatzkräften im Einsatz und zog den Betrunkenen mit einer „Rettungswindel“ hoch (Foto).

So viele Feuerwehrmänner für einen Betrunkenen? Auch auf az-muenchen.de gibt es dazu eine Diskussion der Tenor: Muss das sein?

Das muss sein, erklärt Feuerwehr-Sprecherin Manuela Wedel: „Bei diesem Einsatz hieß es zunächst: ,Person in Isar’. Wenn jemand hier im Wasser treibt, kommt er in zehn Minuten etwa 600 Meter weit. Bis wir dort sind, kann der Betroffene also längst woanders sein.“

Deshalb verteilten sich Feuerwehrmänner auf andere Brücken flussabwärts. In diesem Fall lag der Mann an Land – die übrigen Kräfte kamen zurück, zu ihnen gesellte sich dann noch die Höhenrettungsgruppe.

Die Kosten muss der Gerettet übrigens nicht bezahlen. „Das war ein normaler Hilfeleistungseinsatz“, sagt Wedel. Die Feuerwehr koste ja immer Geld, sagt sie Sprecherin, „ob sie ausrückt oder nicht“. Dieses Jahr beträgt der Etat 82,5 Millionen Euro – das sind pro Münchner etwa 15 Cent täglich.