Bayern-Star Mario Götze erwartet bei Borussia Dortmund das schwierigste Spiel seiner Karriere. Jetzt spricht der Mann, der neuerdings mit ihm zu Hause Yoga-Übungen macht.

München - „Einatmen, ausatmen. Spüre, wie die Energie durch den Körper fließt!“ Mario Götze liegt auf dem Boden, in Liegestütz-Position, beugt kurz die Wirbelsäule durch und schaut hoch. Dann bewegt er sich nach oben, Arme und Füße bleiben auf dem Boden, die Hüfte streckt er so weit wie möglich vom Boden weg. Götze macht den „nach unten schauenden Hund“.

Der Bayern-Star, der am Samstag erstmals auf seinen früheren Klub Dortmund trifft, hat nämlich ein kleines Geheimnis: Er macht Yoga – so oft wie nie zuvor! Götze ist Schüler von Patrick Broome, dem Yoga-Lehrer der Nationalmannschaft. Auch andere Spieler und sogar Bundestrainer Jogi Löw sind schon in den Genuss der indischen Lehre gekommen. Der Yogi vom Jogi weiß aber: „Götze ist der absolut Fleißigste. Er übt ein- bis zweimal pro Woche, immer am Tag nach den Spielen.“ Yoga tue ihm gut, habe er dem Münchner Yogi verraten.

Das erste Aufeinandertreffen von Yogi und Jogi gab es 2005. Oliver Bierhoff begann nach seinem Karriere-Ende mit Yoga, lernte dabei Broome kennen, wurde Team-Manager der DFB-Elf – und engagierte ihn. „Da wurden alle Spieler von Bierhoff dazu verdonnert. Etwa die Hälfte hat es gut angenommen, sie kamen danach freiwillig wieder. Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger zum Beispiel“, sagt Broome. Ab der WM 2006 war er bei allen großen Turnieren dabei. Auch bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine. „Dort gab es eine starke Borussen-Fraktion, mit der ich oft übte“, erinnert er sich. Mit dabei: Mario Götze, damals noch Dortmunder.

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Seit Götzes Wechsels nach München trainiert er regelmäßig mit Broome, der Götze für die Übungen sogar zu Hause besucht. 45 bis 60 Minuten dauert das Jivamukti-Yoga-Programm Broomes. „Meistens sind Götzes Bruder Fabian und noch ein paar Freunde dabei“, sagt Broome. „Durch das Yoga können sie nach den Spiel wieder runterkommen“, sagt Broome. Er habe schon oft mitbekommen, dass die Fußballer am Tag nach einem Spiel nicht schlafen können: „Die Spieler sind manchmal richtig aufgewühlt.“ Da kommt eine Einheit mit dem Yogi gerade recht. Daher komme es auch manchmal vor, dass Götze und Co. nach einer Yoga-Stunde einschlafen: „Die sind so am Limit, die sind froh, wenn sie mal zehn Minuten pennen können“, so Broome.

Entspannung dürfte Götze vor allem zur Zeit ziemlich gut tun. Ihn erwartet ein Pfeifkonzert von den Dortmunder Fans beim Spiel. „Viele Fans wissen, dass Mario Götze dem Verein durch seine Leistung geholfen und viel Geld gebracht hat. Die schätzen das. Andere nehmen ihm übel, dass er zum Erzfeind Bayern München gegangen ist“, sagt etwa Ottmar Hitzfeld, früher bei beiden Klubs Trainer, zu Sky. Hitzfeld hat aber auch festgestellt, dass Götze „in jungen Jahren schon ein erfahrener Spieler“ sei, der „nervenstark ist. Die Situation wird ihn wahrscheinlich schon ein bisschen hemmen“, so Hitzfeld.
Selbst unterstützt Götze seinen Geist durch Yoga. Doch macht die Turnerei den kleinen Dribbler auch stärker? Broome: „Wenn die Jungs so frei im Kopf sind, dann können sie noch schneller reagieren, Zauberpässe und Zauber-Dribblings auf engstem Raum loslassen“.

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