Die Red Bull X-Fighters zeigen am Samstag im Olympiastadion Tricks und Sprünge. Dafür wurde extra eine neue Strecke entworfen. Die AZ hat bei den Arbeiten vorbeigeschaut.

MÜNCHEN - Drei Planierraupen fahren fast unentwegt und drücken die Erde platt. Die beiden Schaufelradbagger und ein Löffelbagger haben am Montag ihre meiste Arbeit im Olympiastadion bereits getan, stehen für den Notfall aber noch bereit. Von der einstigen Heimat für Leichtathleten und Fußballer ist seit einigen Tagen jedenfalls nicht mehr viel übrig.

Wenn am Samstag zwölf der besten Motocross-Fahrer der Welt Station im Münchner Olympiastadion machen, finden die waghalsigen Sprungkünstler um den Schweizer Mat Rebeaud und den Deutschen Hannes Ackermann einen der größten Kurse im Rahmen der Tour der Red Bull X-Fighters vor. Und ein paar Besonderheiten, die es so nur in München geben kann.

Das Fahrerlager ist zum Biergarten umfunktioniert. In der Ecke steht eine Figur von König Ludwig, der einige Dosen mit Energy-Getränken von einer kleineren Figur offeriert bekommt. Einige Meter weiter dann schon die ersten fast zehn Meter hohen Erdhügel, die dem Olympiastadion ein neues Gesicht verpassen. 16000 Tonnen Erde türmen sich im weiten Rund.

Dane Herron hat wieder ganze Arbeit geleistet. Der Kursdesigner der X-Fighters hat eine Strecke entworfen, die es so noch nie gegeben hat. „Zum ersten Mal überhaupt integrieren wir die Zuschauer in die Strecke”, sagt Dane Herron, das Maßband immer an der Hosentasche befestigt. Einem Teil der Zuschauer wird die Möglichkeit geboten durch einen kurzen Tunnel, der direkt unter einem der Erdhügel der Strecke angelegt wurde, zu einem abgetrennten Bereich zu gelangen. „Dort sind die Leute dann ganz nah dran”, sagt Dane Herron.

Innerhalb von nur einer Woche haben der Amerikaner und sein Team einen imposanten Kurs aufgebaut und dafür alleine 10000 Kubikmeter Erde angekarrt. Auf 40 LKW, die an fünf Tagen jeweils vier Touren pro Tag gefahren sind. „Die ganze Technik gar nicht mit eingerechnet”, sagt Herron. Die zum Teil zehn Meter hohen Erdhügel erlauben den Motocross-Fahrern Sprünge bis zu 35 Metern Weite und 15 Metern Höhe. Eine Herausforderung selbst für die besten Motorrad-Künstler der Welt.

Das erste Training auf der Strecke soll am Donnerstag stattfinden. Wenn sich die Bedingungen bis dahin gebessert haben. „Durch den Regen der letzten Tage ist die Erde noch zu nass. Derzeit wäre ein Wettkampf unmöglich”, sagt Herron mit sorgenvoller Miene. Das Blick auf die mobilen Wetterdienste begleitet seine Arbeit unentwegt. In München noch ein bisschen mehr als anderswo: „Hier ist das Regenrisiko einfach höher als in Mexiko oder Sydney.”

Damit dem vorletzten Event dieser X-Fighters-Saison (danach steht nur noch das Finale in Sydney an) am Ende nicht der matschige Kurs zum Verhängnis wird, legen die Arbeiter im Olympiastadion zahllose Planen aus. Eine Absage soll unbedingt vermieden werden. Im Juni war bereits der X-Fighters-Stopp in Istanbul wegen des starken Windes ausgefallen.

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