Rathaus Ganz Nürnberg bald vegetarisch für einen Tag?

Gesund und lecker sind kein Widerspruch: Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke. Foto: Berny Meyer

Das Umweltreferat plant einen Wochentag ohne Bratwurst und Schäufele in städtischen Kantinen. Eine Initiative will fleischlose Kost in Firmen, Schulen und Restaurants etablieren

NÜRNBERG Eines müssen selbst die eingefleischtesten Fans von Drei im Weckla, Schäufele und Co. zugeben: In unserer Gesellschaft hat es kein Mensch wirklich nötig, Fleisch zu essen, um zu überleben oder um gesund zu leben.

Auch ohne tote Tiere lässt sich der Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und anderen lebenswichtigen Nährstoffen problemlos decken. Eine Tatsache, die auch im Nürnberger Rathaus bekannt ist. Nach Plänen des Umweltreferats soll bald in städtischen Kantinen ein Wochentag fleischfrei sein!

„Wir wollen nicht bevormunden"

Den Anstoß lieferte die Bürgerinitiative „Donnerstag Veggietag“: Deren Nürnberger Köpfe Christina Focke, Lukas Feldmeier und Stefan Sander starten eine PR-Offensive, um den Menschen den Nutzen pflanzlicher Ernährung näher zu bringen. Angedacht sind Kochkurse, ein vegetarischer Stadtplan und Infoveranstaltungen. Ihr Engagement fußt auf der Überzeugung, dass weniger Fleischkonsum nicht nur der persönlichen Gesundheit, sondern auch der Umwelt zu Gute kommt. Außerdem kann er helfen, den Welthunger und die Massentierhaltung einzudämmen. Ziel ist, die Betreiber von Kantinen, Mensen und Restaurants von einem fleischfreien Tag zu überzeugen.

Beim Umweltreferat rennen sie offene Türen ein: „Wir stehen schon länger im Kontakt mit der Initiative“, sagt Hiltrud Gödelmann, persönliche Mitarbeiterin von Umweltreferent Peter Pluschke. Im Zuge der Krönung Nürnbergs zur Bio-Hauptstadt soll ohnehin mehr Öko-Food Einzug halten in die städtischen Kantinen – da ist der Schritt zu einem supergesunden fleischfreien Tag nicht weit: „Wir hatten im Januar einen Testtag“, berichtet Gödelmann – nach dem anschließend eine Umfrage durchgeführt wurde. Das überwältigende Ergebnis: „90 Prozent der Rathausmitarbeiter würden einmal pro Woche auf Fleisch verzichten.“

Dennoch: „Wir wollen nicht bevormunden und das ganze vorsichtig angehen“. Auch, wenn die Semmelknödel mit Pilzen und die süßen Rohrnudeln prima ankamen.

Bei Puma gibt’s übrigens schon länger einen vegetarischen Montag. Und auch in Herzogenaurach nehmen’s die Bratwurstfreunde unter den Kantinen-Gängern gelassen. Steffen Windschall

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