Rabiang Thai Palast im Niemandsland

Die Einrichtung im Rabiang Thai stammt aus der Werkstatt des Künstlers, der in Bangkok auch den Königspalast restauriert. Foto: Daniel von Loeper

Das Rabiang ist eines der schönsten Thai-Restaurants der Stadt. Es liegt dort, wo es niemand erwarten würde.

Früher hat Satit Nirattisaikun für die thailändische Botschaft in Berlin einen Fahrdienst betrieben. In diesem Job ist er viel herumgekommen: Brandenburg, Hessen, Bayern. München hat ihm besonders gut gefallen. Der Viktualienmarkt, der Englische Garten – von Milbertshofen hatte er lange nichts gehört.

Seit Ende vergangenen Jahres weiß Nirattisaikun nun, wo Milbertshofen liegt: nicht direkt am Englischen Garten und auch relativ weit weg vom Viktualienmarkt. „Aber wir dachten, München ist München”, sagt der 35-Jährige. Und so kommt es, dass nun mitten im Nirgendwo eines der schönsten Thai-Restaurants der Stadt beheimatet ist.

Das Rabiang Thai ist in der Georgenschwaigstraße zu finden, in eben jenem ominösen Milbertshofen. Das Haus mit der Nummer 25 ist ein schöner Altbau mit kleinem Biergarten davor. Von außen wirkt das Lokal fast bayerisch, hinter der Eingangstür erwartet einen jedoch eine asiatische Prachtlandschaft.

Die Decke zieren vergoldete Seerosenblätter, die Glühbirnen sind mit Blütenkelchen eingefasst. Was kitschig klingt, fügt sich im Rabiang Thai zu einem authentischen Ganzen. Die Einrichtung stammt schließlich auch nicht von irgendwem, sondern von dem thailändischen Künstler, der in Bangkok unter anderem den Königspalast restauriert hat.

Auch was das Essen betrifft, rühmt sich das Rabiang Thai seiner original thailändischen Küche. Nirattisaikun ist in Chon Buri aufgewachsen, einem kleinen Fischerdorf in der Mitte Thailands. Dort wird nicht ganz so scharf gegessen wie im Süden des Landes, was dem mitteleuropäischen Gaumen durchaus entgegen kommt.

Der Wirt hat eine Vorliebe für Ente und empfiehlt deshalb nach einer Tom-Kha-Gai-Suppe (5,50 Euro) als Vorspeise zum Hauptgang Gäeng Pet Ped (16,50 Euro) oder Ped Kii-Mau (17,50 Euro), knusprige Ente, einmal im Feuertopf, einmal in der heißen Pfanne serviert. Als Nachspeise bietet sich Gluay Buadchii an, eine süße Banane in warmer Kokosmilch (5,50 Euro), in Thailand ein Klassiker wie hier der Apfelstrudel.

Die Leute im Viertel haben noch leichte Berührungsängste mit dem neuen Lokal. Vor dem Rabiang war hier ein günstiger Chinese. Viele Gäste seien überrascht, dass Thai-Küche tatsächlich anders schmecke als chinesische, sagt Nirattisaikun. Aber Asiatisch ist eben nicht gleich Asiatisch. Und München ist nicht gleich München.

Georgenschwaigstraße 25, Di. bis So. 11.30-14.30 Uhr (außer samstags) und 17.30-23 Uhr, Tel. 3507304

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