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Psychofalle Arbeitsplatz "Ich kann nicht mehr"

Vanessa Assmann, vom 02.09.2011 17:32 Uhr
Wenn der Job die Seele krank macht, bedeutet das für immer mehr Menschen das berufliche K.o. Foto: Martha Schlüter
Wenn der Job die Seele krank macht, bedeutet das für immer mehr Menschen das berufliche K.o. Foto: Martha Schlüter

Gemobbt, depressiv, arbeitsunfähig: Eine Münchner Verkäuferin schildert in der AZ, wie sie die Kraft verliert, ihren Beruf auszuüben. Wie ihr geht es vielen – immer mehr gehen in Frührente

MÜNCHEN - Mobbing, Depressionen, Burn-Out: Wenn der Job die Seele krank macht, bedeutet das für immer mehr Menschen das berufliche K.o. Was mit einer Krankschreibung beginnt, endet dann mit Arbeitsunfähigkeit. „Ich erlebe kaum jemanden, der ein Rentenbegehren hat, ohne dass eine psychische Erkrankung dabei ist“, sagt Wolfgang Hahnhow, Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd.

Schon heute sind vier von zehn Frühverrentungen in München psychisch bedingt. Das belegen die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (AZ berichtete). Die Zahl derer, die wegen seelischer Erkrankungen nicht mehr arbeiten können, stieg damit in den vergangenen fünf Jahren um ein Viertel. Eine von ihnen ist Sabine Vollmer (Name geändert). Die 59-Jährige geriet in die Mobbingfalle und leidet seither unter Depressionen. Sie hat deswegen Erwerbsminderungsrente beantragt. Über ihre Belastung im Beruf sagt sie: „Ich kann einfach nicht mehr.“

Der seelische Albtraum beginnt im Sommer 2008, als Sabine Vollmer eine neue Chefin bekommt. Seit sie eine junge alleinerziehende Mutter war, hatte Vollmer als Verkäuferin gearbeitet, 20 Jahre davon im gleichen Unternehmen – doch plötzlich schien das alles nichts mehr wert zu sein. An den Tag, als Vollmer das erste Mal mit ihrer neuen Chefin aneinander gerät, erinnert sie sich genau. Ein nichtiger Anlass. „Ich war am Kassieren, da kam sie zu mir und machte mich runter. Vor allen Kollegen und den Kunden“, sagt Sabine Vollmer. Die Frau mit dem kecken Kurzhaarschnitt atmet tief durch, spricht erst nach einer Pause weiter. Das Erinnern kostet Kraft. „Von da an ging’s nur noch bergab.“

Plötzlich wird jeder Kassiervorgang, jedes Verkaufsgespräch misstrauisch von der neuen Vorgesetzten überwacht. Wenn ein Kunde einmal geht, ohne einzukaufen, kommt es zu lauten Auseinandersetzungen. „Sie gab mir das Gefühl, ich sei zu nichts fähig. Früher war bei mir doch immer alles picobello.“ Erst viel später wird Vollmer in einem Gespräch mit einem Arzt klar: Was sich hier abspielt, ist Mobbing. Da ist ihre Seele schon längst krank.

Kommentare (8)
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FEB
22
13:17 Uhr, geschrieben von ueberdosis
Mobbing am Arbeitsplatz
Wenn das so einfach wäre, aus dem Dilemma herauszukommen. Mich öder die ewigen Klugscheißer an, die außer "Kündigen" oder "was anderes suchen" nichts besseres zu bieten haben. Die Unternehmen stellen nicht jeden ein, wenn überhaupt, dann gewiß keinen der über 40 Jahre alt ist! Außerdem: wer sagt denn, daß es am nächsten Arbeitsplatz nicht genau so kommt?
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NOV
03
21:36 Uhr, geschrieben von J.Reiml
Echt schlimm diese Opferstorys
Man kann sich auch andere Jobs suchen oder einfach kündigen... Aber Nein, lieber zum Arzt gehen oder Lichterkette veranstalten... Wenn man Jahrezehntelang arbeitet und es nichtmal reicht ein paar Hundert Euro zurückzulegen hat man jeden Tag gute Gelegenheiten zum kündigen verpasst, Gründe gibt es genug. Man stirbt nur einmal.
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NOV
02
16:16 Uhr, geschrieben von Jezabel
Nachtrag
@terrorkäthe von ihnen bisher noch nicht einen Kommentar gelesen weder positiven noch negativen! Schützen sie sich mit weiteren Nicknames? Haben sie keine Meinung bzw. Ansichten/Einschätzungen. Aber, aber ,
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