Der junge Mann drohte seinen Opfern mit Prügel, falls sie ihm kein Geld gäben. Er schlug im Stadtteil Hadern zu.

München - Er ist gerade mal 16 Jahre alt – hat aber schon eine ellenlange Vorstrafenliste: Diebstahl, Vandalismus, Schlägereien. Jetzt sitzt er wegen räuberischer Erpressung.

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In den Akten des Polizeipräsidiums München wird er als Intensivtäter geführt. Er zählt zu den „Proper-Kids“ (Projekt personenorientierte Ermittlungen und Recherche), das sind Jugendliche, die in jungen Jahren bereits sehr viele oder sehr schwere Straftaten auf dem Kerbholz haben.

Auf der Straße sprach der deutsch-türkische Jugendliche Leute an und drohte ihnen mit Prügel, falls sie ihm kein Geld gäben. Von letzten Oktober bis Ende Juni tauchte er immer wieder in Hadern auf und tyrannisierte die Leute. Wenn jemand behauptete, er habe kein Geld dabei, durchsuchte der Schüler die Taschen und Geldbeutel der Opfer. Manche zückten freiwillig die Brieftasche, wenn ihnen das Bürscherl auch nur über den Weg lief.

Mindestens 1000 Euro erbeutete der Jugendliche in rund einem halben Jahr. Das Geld gab er für Drogen aus. Das Kommissariat 23 ermittelte gegen den Verdächtigen. wegen räuberischer Erpressung. Die Fahnder konnten inzwischen mindestens neun Opfer des Schlägers identifizieren. Nach seinem jüngsten Raubzug beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl.

Am Donnerstag wurde der 16-Jährige von Fahndern des K 23 festgenommen. Der Deutschtürke kam nach Stadelheim in die JVA. Dort wartet er in einer Zelle auf seinen Prozess. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine mindestens einjährige Gefängnisstrafe.

 

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