Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [5.00/1]

Prozess in München Taxler verlangt von 17-Jähriger Oral-Sex

Torsten Huber, vom 16.06.2011 16:15 Uhr
Taxifahrer Paul K. (64) vor dem Münchner Landgericht. Er zwang 17-Jährige zum Oral-Sex. Foto: Torsten Huber
Taxifahrer Paul K. (64) vor dem Münchner Landgericht. Er zwang 17-Jährige zum Oral-Sex. Foto: Torsten Huber

Es passiert nach einer Fahrt zum P1. Jetzt steht Familienvater (64) vor Gericht. Urteil: 8 Monate auf Bewährung.

MÜNCHEN Vor Gericht stellt Taxifahrer Paul K. (64) die Angelegenheit zunächst einmal so dar: „Sie konnte die Fahrt nicht bezahlen und hatte Angst vor der Polizei. Da hat sie mir den Oralsex angeboten.“ Und er habe die damals 17-jährige Laura B. (Name geändert) viel älter geschätzt: „Sie war wild geschminkt, sah aus wie eine erwachsene junge Frau.“

Es passiert in der Nacht zum 6. Februar 2010. Laura B. steigt mit drei Jugendlichen am Landshuter Bahnhof ins Mercedes-Taxi von Paul K. Ihr Ziel: Die Münchner Nobel-Disco P1. Sie vereinbaren für die 71-Kilometer-Fahrt einen Festpreis von 150 Euro. Nach zirka 50 Minuten kommt das Taxi in der Prinzregentenstraße an. Plötzlich reißen die Fahrgäste die Türen auf und rennen davon.

„Ich bin gleich hinterher, kann aber nur noch die junge Frau erwischen“, so der Taxler. Er zerrt sie zurück in den Wagen. Sie bricht in Tränen aus, als K. ihr droht: „Ich rufe jetzt die Polizei.“ Nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft schlägt er ihr folgenden Deal vor: „Mach es mir mit dem Mund – und wir vergessen die Bezahlung.“

Die angetrunkene Laura B. willigt ein. Paul K. fährt in eine dunkle Sackgasse, öffnet den Reißverschluss und drückt ihren Kopf in seinen Schoß. Laura B. befriedigt den Familienvater oral. Danach fährt er mit dem Mädchen zu einer Tankstelle. „Sie wollte unbedingt etwas trinken, hatte aber kein Geld“, sagt Paul K.

Erst jetzt merkt der Taxler, dass er bestohlen worden ist. Seine Geldbörse, die in der Ablage der Fahrertür gesteckt hat, liegt leer unter dem Fahrersitz: „Das waren über 200 Euro. Die Freunde von diesem Mädchen müssen mich bestohlen haben,“ sagt Paul K. Er alarmiert die Polizei. Das hat rechtliche Folgen – für ihn.

Laura B., die die ganze Zeit auf dem Beifahrersitz gesessen hat, ist keine Straftat nachzuweisen. „Ich bin unschuldig“, beharrt K. im Prozess zunächst. Das Gericht macht aber deutlich, dass er nur mit Milde rechnen könne, wenn er ein Geständnis ablege – wodurch Laura B. eine Aussage vor Gericht erspart bleibt.

Über seinen Anwalt Alexander Eckstein gesteht K. dann tatsächlich. Das Urteil wegen sexuellen Missbrauchs: acht Monate auf Bewährung und 800 Euro an eine soziale Einrichtung. Die Ehefrau des Taxlers hat inzwischen die Scheidung eingereicht. Vom Taxiverband gibt es eine Abmahnung.

 

Kommentare (7)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
JUN
19
02:33 Uhr, geschrieben von tom
der böse fahrer
schon klar, der böse böse taxifahrer und das arme mädchen. wer es glaubt!
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
5
Kommentar bewerten
JUN
18
12:46 Uhr, geschrieben von sichwundernd
nur eine abmahnung?
der taxifahrer gesteht, wird verurteilt - und darf weiterhin taxifahren?? er bekommt lediglich eine abmahnung vom taxiverband? das ist wohl ein schlechter scherz, oder?
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
-3
Kommentar bewerten
JUN
17
08:22 Uhr, geschrieben von demian
sexueller missbrauch?
also für mich war das einvernehmlich ...
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
18
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  3
nächste
Sechsjähriger auf Toilette missbraucht
Am Pissoir eines Schnellrestaurants in Obersendling berührt ein Mann einen sechsjährigen Bub unsittlich. Die Polizei sucht den Täter.
Simone Rethel: Ich dachte, er lebt immer
Simone Rethel spricht in der AZ zum ersten Mal darüber, wie es ist, ohne ihren geliebten Jopie aufzuwachen – und weiterzumachen.
Anzeigen & Verlagsbeilagen zum Durchklicken
 
Die AZ-Top-Bilder
mehr Bilder mehr Bilder
Das München-Wetter
 
 
Anzeige
Nachrichtenticker
11:52   Regierung über Spielsucht an Automaten und im Internet besorgt
11:32   Fitch senkt Kreditwürdigkeit Japans auf "A+"
11:19   Trillerpfeife gegen Werbeanrufe - Prozess
10:54   Peter Altmaier neuer Bundesumweltminister
10:48   IAEA: Einigung auf Untersuchung von Irans Atomforschungen
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
AZ-Pflegekompass

Konzert Tickets

Interaktiv
  • Umfrage
Start_dpa

Edmund Stoiber setzt sich nach dem Düsseldorf-Skandal erneut für Sicherheitszäune in Stadien ein - der richtige Ansatz?

 
Ja, nur so kann man die Chaoten unter den Fans kontrollieren.
Nein, das ist ein Rückfall in alte Zeiten - die Fans dürfen nicht "eingesperrt" werden.
Es muss sich etwas im Fanverhalten ändern - aber das ist die falsche Maßnahme.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Twitter
Video