Protestaktion mit Crowdfunding Kabarettist Roland Hefter sammelt Geld gegen Trump

Kabarettist Roland Hefter ruft per Video zum Spenden gegen Donald Trump auf. Foto: Youtube/dpa

Im Protest gegen US-Präsident Trump greift ein Münchner Kabarettist zu ungewöhnlichen Mitteln: Roland Hefter will ihn aus dem Amt "kaufen" - und sammelt jetzt Geld dafür.

München - "Ganz ehrlich", sagt Roland Hefter, "ich pack' das nicht, dass Donald Trump im Moment der mächtigste Mensch der Welt ist." In einer Video-Botschaft wendet er sich deshalb an die Bewohner Bayerns - und fordert sie auf, je einen Euro zu spenden. Mehr ist natürlich auch gern gesehen, keine Frage. Der Sinn der Aktion: 1,5 Millionen Euro will Hefter bis zum 20. April sammeln und diese dann dem US-Präsidenten anbieten - im Gegenzug für dessen Rücktritt. Denn diese Summe würde Trump in den kommenden vier Jahren als US-Präsident zustehen. Auch, wenn dieser ohnehin bereits verkündet hat, auf die Bezahlung verzichten zu wollen.

Falls Trump das Geld nicht will, geht es an Amnesty International

Roland Hefters Aktion dürfte einem Donald Trump daher herzlich egal sein. Und auch Hefter ist klar: "Natürlich wird er das Geld von uns nicht annehmen. Aber die Tatsache, das gegen ihn gesammelt wird, soll zeigen, was die User, die gespendet haben, von ihm und seinen Anhängern halten: Nämlich gar nichts." Deshalb würde das Geld dann an Amnesty International gehen, so der Kabarettist. "Wenn Trump nicht zurücktritt, dann können wir die größte Menschenrechtsorganisation überhaupt unterstützen. Und Menschenrechte - das ist doch genau das, was Trump mit Füßen tritt."

3.113 Euro hatte er am Mittwochvormittag schon zusammen. Täglich werden es mehr. Neben einer Geldspende bittet Hefter, seinen Aufruf auch auf Facebook zu teilen. "Das öffentliche Leben spielt sich ja nicht mehr nur auf der Straße ab, sondern auch zu einem großem Teil im Internet. Ich wollte dort meinen Protest und auch meine Ansicht über Donald Trump teilen und anderen Usern auch die Möglichkeit bieten, ihre politische Meinung in einer ungewöhnlichen und originellen Art und Weise zu teilen", so der Kabarettist.

Auf Facebook hagelt es Hasskommentare

Das bedeutet allerdings auch viele Hass-Kommentare für den Münchner wie "Du Spacko, geh erst zum Haarschneider", "die Merkel muss weg, nicht der Trump, der macht wenigstens was er verspricht", "du linke Drecksau, kümmere die lieber um deutsche arme Kinder". Etwa jeder dritte Kommentar gehe in diese Richtung, sagt Hefter. "Das zeigt mir, wie gespalten und hasserfüllt auch unsere Gesellschaft ist. Die Menschen, die mir so böse Nachrichten schicken, tun mir leid. Weil sie ein furchtbares, trauriges und liebloses Leben führen"

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Die Ursache sieht er darin, dass viele Menschen auch in Deutschland Angst hätten, wie Angst vor Altersarmut. "Auch um diese Menschen müssen sich Politik, Medien und die Gesellschaft kümmern. Wir alle müssen aufpassen, dass die Schere zwischen arm und reich nicht weiter auseinander geht. Finanziell und geistig. Sonst haben Populisten und Faschisten auch in Deutschland wieder Aufwind - und da ist jeder gefordert das zu verhindern."

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