Brandstiftung mit drei Toten Feuerteufel aus der Dachauer Straße: Er ist Wiederholungstäter!

, aktualisiert am 14.03.2017 - 17:31 Uhr
Das verheerende Feuer in der Dachauer Straße forderte drei Todesopfer. Die Polizei informiert in einer Pressekonferenz über den aktuellen Ermittlungsstand. Foto: dpa/AZ-Screenshot

Der 42-Jährige sitzt in U-Haft. Er soll in dem Arbeiterwohnheim in der Dachauer Straße im November den Brand gelegt haben, bei dem drei Menschen starben.

München – Aus Frust über sein Leben, über den vielen Müll im Haus und die ständig wechselnden Mieter, soll Mohamed E. in dem Wohnheim in der Nähe des Hauptbahnhofs das Feuer gelegt haben. Und das gleich zwei Mal, wie die Brandfahnder herausfanden.

Im Mai 2014 zündelte er im Treppenhaus. Damals schlug er selbst Alarm, so dass sich die Bewohner noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Am 2. November letzten Jahres legte der 42-Jährige aus Libyen erneut Feuer und entfesselte damit eine Flammenhölle. Das Feuer griff blitzschnell auf das hölzerne Treppenhaus über und breitete sich bis unters Dach aus. Die Bewohner flüchteten in Panik, einige retteten sich über das Dach zum Nachbargebäude.

"Wirklich schwierige Ermittlungen"

Ein 37-jähriger Familienvater aus Bulgarien und seine beiden neun und 16 Jahre alten Töchter starben. Sie hatten unter dem Dach gewohnt. Sie rannten zum Flur und damit direkt auf das Feuer zu. "Eine verhängnisvolle Entscheidung in Panik", sagt Kriminaldirektor Frank Hellwig. Der Vater und seine beiden Töchter erstickten. Die Feuerwehr fand die Leichen später hinter einer Tür im Dachgeschoss. Elf Menschen wurden bei dem Brand verletzt.

Brandfahnder nahmen die Ermittlungen auf. Zeitweise waren 16 Beamte an der Jagd nach dem Feuerteufel beteiligt. Vier Monate trugen sie akribisch jedes noch so winzige Detail zusammen. "Es waren wirklich schwierige Ermittlungen", sagt Frank Hellwig, "doch wir sind uns sicher, dass wir den Täter erwischt haben".

Im Haus wohnten 42 Menschen aus zehn Staaten

Alleine drei Monate benötige das Team, um herauszufinden, wer alles in dem Haus gewohnt hat. 42 Menschen aus zehn verschiedenen Staaten, die meisten aus Bulgarien, wohnten dort. Zudem hielten sich in der Brandnacht sechs Besucher in dem Haus auf.

Etliche hatten heimlich an Landsleute untervermietet, und deshalb Angst vor Strafe. Deutsch spricht kaum einer. Manche sind Analphabeten. Allesamt schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, versuchen am Arbeiterstrich im Bahnhofsviertel ein paar Euro zu verdienen.

Auch Mohamed E. gehörte viele Jahre dazu. Obwohl er selbst sich ganz anders sieht. Er habe studiert, erzählte er. Er sei in seiner Heimat früher Lehrer für Geologie gewesen. In Tunesien heiratete der Libyer eine Deutsche. Über sie kam er nach Europa. Das Paar lebte zunächst in Hannover. Die Ehe ging in die Brüche, Scheidung, am Ende strandete er in dem Arbeiterwohnheim. Seit 2009 wohnte er in einem Apartment im zweiten Stock. "Seit seiner Ankunft in Deutschland ging es mit ihm immer nur bergab", sagt Frank Hellwig. Zuletzt lebte der mutmaßliche Brandstifter von Hartz IV. Im letzten Sommer versuchte er einen Job als Wachmann zu ergattern. Doch er rasselte im August durch die Prüfung.

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Er beschwerte er sich wegen des Mülls im Haus, wegen der ständig wechselnden Mieter. Immer mehr Frust staute sich in ihm auf. Das machte ihn bei den Brandfahndern letztendlich auch verdächtig. Dazu kamen seine widersprüchlichen Angaben bei Vernehmungen.

Fast wäre Mohamed E. der Kripo entwischt. Er setzte sich nach dem Brand nach Libyen ab, kam aber nach einigen Wochen freiwillig zurück. Zuletzt lebte er in dem Männerheim in der Pilgersheimer Straße. Dort wurde er auch am letzten Donnerstag festgenommen. Ihm droht lebenslange Haft wegen dreifachen Mordes.

 

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