Präsidenten-Gattin hat sich gewandelt Melania Trump: Auf einmal ist sie eine First Lady

Melania Trump bei einer Rede im Weißen Haus Foto: Imago/Zuma press

Seit einem Jahr ist Melania Trump die First Lady der USA. Wirkte sie anfangs desinteressiert bis genervt, scheint sie ihre Rolle inzwischen nicht nur gefunden zu haben - sie interpretiert sie auf ihre Art.

US-Präsident Donald Trump (71) ist und bleibt sich treu. Er tut verlässlich das, was die Welt von ihm erwartet: pöbeln, drohen, verharmlosen, dramatisieren usw. Doch bei seiner Frau Melania (47) wird eine Veränderung spürbar. Auf einmal scheint sie ihren Job als First Lady der USA (Kürzel: Flotus) wahrzunehmen.

Sie lächelt sogar. Das ist man von ihr nicht gewohnt. Nichts schien ihr ungeliebter zu sein wie ihre Aufgabe als Flotus. Sie machte sich rar, und man konnte den Eindruck gewinnen, dass ihr die wenigen Auftritte an der Seite ihres exaltierten Mannes eine unsägliche Pein verursachten. ("Donald J. Trump: Great Again!: Wie ich Amerika retten werde" können Sie hier bestellen)

Und wenn sie sich zeigte, versteckte sie sich in aller Öffentlichkeit: hinter einem ausdruckslosen, oft auch regungslosen schönen Gesicht, das sie meist noch mit einer riesigen Sonnenbrille verbarg. Unter Amerikas regen Verschwörungstheoretikern kursierte sogar das abwegige Gerücht: Das ist gar nicht Melania Trump, das ist ein Double, eine Doppelgängerin. Die wahre Melania habe sich dem Präsidenten als First Lady geweigert.

Gastgeberin in New York

Erste ernstzunehmende Schritte als First Lady unternahm Mrs. Trump im September bei der Vollversammlung der UNO in New York. Sie war für das Partnerprogramm zuständig und empfing die Ehepartner der angereisten Regierungschefs zu einem Mittagessen. Um die 100 Gäste saßen mit ihr zu Tisch - die meisten von ihnen Frauen. Melania Trump trug ein auffälliges Designerkleid von Delpozo, einen Traum in Neon-Pink für 3.000 Dollar (umgerechnet etwa 2.600 Euro).

Es war kein geschmackloses Outfit, wie danach einige Modekritiker mäkelten, sondern eine optische Botschaft, die auf ihrem Gang zum Rednerpult signalisierte: Hier komme ICH. Dann sagte sie einige schlichte Sätze, die in diesen Zeiten allen in den Ohren geklungen haben, wohl auch (oder gerade) ihrem Ehemann.

Melania Trump sprach über ihr Thema "Mobbing in sozialen Netzwerken" und sprach sich eindringlich für den Schutz der Kinder aus, die diesen Attacken besonders ausgeliefert sind. Die Frau des Mannes, der wie kein Zweiter das öffentliche Pöbeln zur Königsdisziplin erhoben hat und politische Gegner schon mal als "Idiot" oder "Verlierer" beschimpft, sagte wörtlich: "Wir müssen jedem Kind die Werte des Mitgefühls beibringen... Freundlichkeit, Achtsamkeit, Integrität. Das geht nur, wenn man mit gutem Beispiel voran geht."

Hoppla! Original-Zitate aus dem Hause Trump! Von der First Lady, leider nicht vom Präsidenten. Es ist also kein Hokuspokus, dass Melania ihren Donald bei den Beliebtheitsumfragen längst überholt hat.

Auch in China bekennt sie Farbe

Die jüngste Asienreise des Präsidentenpaares bestätigt den Wandel Melanias. Sie zeigt sich interessiert und strahlt eine ruhige und überaus freundliche Souveränität aus. Melania twitterte ihre Begegnungen in Japan, Korea und China in alle Welt, illustriert von kleinen hübschen Fotos.

Wieder signalisiert ihre eigenwillige, sehr individuelle, doch stets stilsichere Kleidung eine Botschaft. Die Kleider sind asiatisch angepasst. Ob ein hochgeschlossenes und umhangartiges marineblaues Dior-Kleid in Japan oder die schlichte dunkle Robe, die sie beim Treffen mit der südkoreanischen First Lady Kim trug.

Und für China hat sie Kleider mit ganz besonderen Mustern, Perlen und Stickereien mit Blättern, Blumen und Drachen ausgewählt, wie sie im Reich der Mitte eine lange Tradition haben. Es scheint, dass Melania ihre Mode als körpersprachlichen Ausdruck für Respekt und Einfühlungsvermögen benutzt. Sie bekennt Farbe.

 

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