Die Helfer von Bayerns einzigem Weihnachtspostamt in Himmelstadt haben wenige Tage vor Weihnachten mit dem Beantworten der zahlreichen Kinderbriefe alle Hände voll zu tun.

Himmelstadt – „Bis jetzt sind es schon mehr als 65 000 Briefe, die wir verschickt haben“, sagte Rosemarie Schotte, Leiterin der himmlischen Schreibstube im unterfränkischen Himmelstadt. Sie geht davon aus, dass die Rekordzahl von 2011 auch in diesem Jahr wieder erreicht wird.

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Vor einem Jahr beantwortete das Weihnachtspostamt rund 81 000 Briefe. Darunter sind auch viele Briefe aus dem Ausland. „Die meisten internationalen Briefe kommen aus China, dieses Jahr waren es bestimmt schon etwa 800“, erläuterte Schotte. Aber auch Neuseeland, Afrika und Japan seien dabei. „Sogar Feldpost aus Afghanistan landete auf unseren Tischen.“ Auffällig sei heuer, dass mehr „Problempost“ einflatterte – also Briefe, die sich um Sorgen und Nöte in der Familie drehen. Die werden in Himmelstadt immer persönlich beantwortet.

40 Helfer kümmern sich im historischen Weihnachtspostamt der Stadt und in der Schreibstube im Rathaus um die zahlreichen Briefe. Sie lesen jeden einzelnen. Als Antwort gibt es eine kleine Lesegeschichte und Weihnachtspostkarten. Keine Unterschiede zum Vorjahr gibt es dagegen bei den Wünschen. „Auf den Wunschzetteln stehen wie immer viele elektronische Spielsachen. Vom Handy und dem Computer über die Wii und die Playstation und verschiedene dazu passende Spiele.“ Aber auch Barbie-Puppen, Lego, Playmobil und Bücher seien nicht von den Listen wegzudenken. „Nur manchmal wünscht sich ein Kind ganz simpel einen Ball.“

Deutschlandweit gibt es sieben offizielle Weihnachtspostämter. Die meisten Briefe – rund 300 000 im Jahr – werden ins brandenburgische Himmelpfort geschickt. Die Kosten für Briefe, Porto und Antwortschreiben übernimmt die Post. Am Montag war Einsendeschluss beim bayerischen Weihnachtspostamt. „Beantwortet wird natürlich immer bis zum Schluss. Auch Nachzügler bekommen noch ihre Antwort – nur vielleicht nicht mehr vor Weihnachten“, so Schotte weiter. Das gilt allerdings nur für die Briefeschreiber, die nicht ihren Absender vergessen haben. „Wir haben leider wieder Hunderte Briefe ohne eine Rücksendeadresse.“

 

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