Der Auftritt von Jupp Heynckes in eigener Sache war auch ein Signal, dass er nicht die Marionette von Matthias Sammer ist. Hier lesen Sie, wie sich Trainer und Sport-Vorstand positionieren

München -  Die großen Prüfungen, die Bewährungs- und Belastungsproben, das weiß Jupp Heynckes, das weiß aber auch Matthias Sammer, werden erst noch kommen. Wenn die Saison erst mal losgegangen sein wird, wenn die Spieler in den Rhythmus aus Bundesliga, Pokal und Champions League eintauchen und womöglich die ersten Krisen kommen, dann werden der Trainer und der Sportvorstand beweisen müssen, wie eng sie wirklich miteinander sind. „Ich habe den Eindruck, zwischen die beiden passt kein Blatt Papier”, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Das gilt es dann zu beweisen.

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Vor allem während der letzten Tage in Riva und Arco wurde man aber das Gefühl nicht los, dass Coach und Sportchef sich schon mal in Stellung bringen, dass sie die Chefsachen abklären würden.

Heynckes überraschte am Freitag mit einer emotionalen Rede in eigener Sache. „Sie fragen immer nach Matthias Sammer. Ich habe mit spanischen Präsidenten zusammen leben müssen. Wissen Sie, wie schwer das ist? Da müssen Sie – im Spanischen sagt man es so – Cojones haben. Da müssen Sie Mut, Courage und Personality haben. Sonst sind Sie verraten und verkauft. Die Situation bei Bayern finde ich befruchtend”, hatte Heynckes gesagt. Cojones! Eier also! Da sprach ein Mann, der beweisen wollte, die Zügel in der Hand zu haben und keinesfalls eine Marionette Sammers zu sein, der formal sein Chef ist. Die Entscheidung, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm nicht mit nach China zu nehmen, hätte er allein entschieden, beteuert Heynckes, und das schon vor Wochen. Sammer hatte tags zuvor noch davon gesprochen, dass Heynckes diese Entscheidung erst am Sonntag treffen werde.
Ein erster Fingerzeig über mögliche Gerangel um die Gestaltungshoheit beim FC Bayern.

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