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Portugal Guimaraes: Stadt der Talente

Robert B. Fishman aus Guimaraes, vom 05.02.2012 05:00 Uhr
Einer der beliebtesten Plätze in der Altstadt von Guimaraes: Der Largo de Oliveira. Foto: Fishman
Einer der beliebtesten Plätze in der Altstadt von Guimaraes: Der Largo de Oliveira. Foto: Fishman

Guimaraes - In einer Seitengasse der Altstadt klingen Hammerschläge aus einer rußgeschwärzten winzigen Werkstatt. Gaspar Pintu do Correira schmiedet das Wappen seiner Heimatstadt: Es zeigt Portugals ersten König Afonso Henriques, den Gründer der Nation.

„Acqui nasceu Portugal“ („Hier wurde Portugal geboren“) steht in haushohen weißen Buchstaben an den Resten der Stadtmauer von Guimaraes. Die „Wiege der Nation“ thront auf einem Hügel über der Stadt: eine mächtige, mehrstöckige Festung aus dem 11. Jahrhundert mit einem 27 Meter hohen Bergfried. Nach seinem Sieg über die Mauren zwingt Afonso Henriques die spanische Krone 1143, die Unabhängigkeit seiner Grafschaft Portucale anzuerkennen. Die Burg wird Regierungssitz des neuen Staates.

Pintu do Correira freut sich über den neuen Ehrentitel seiner Heimatstadt: Europäische Kulturhauptstadt 2012. Wäre Guimaraes nicht Europäische Kulturhauptstadt, würde er wie in all den anderen Jahren vor allem die Wappen beliebter Fußballvereine oder andere Dekorationsgegenstände schmieden. „Reich wird man damit nicht“, erzählt der kräftige 67-Jährige. Portugal spart. Die neue Regierung hat dem Land ein gnadenloses Sparprogramm verordnet, die Mehrwertsteuer erhöht und die Gehälter im öffentlichen Dienst gekürzt. Viele Wohnungen in der Altstadt von Guimaraes stehen zum Verkauf. Dabei geht es der Stadt, verglichen mit dem restlichen Land, noch relativ gut.

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