Zeugen meldeten sich Hauptbahnhof: Mann (63) aus S-Bahn geprügelt

, aktualisiert am 23.11.2017 - 16:45 Uhr
Der Mann wurde aus der S-Bahn getreten, er blieb verletzt am Bahnsteig liegen. (Symbolbild) Foto: Bundespolizei

Attacke auf einen 63-Jährigen in der S-Bahn am Hauptbahnhof. Mehrere Jungendliche treten und schubsen den Mann aus einer S-Bahn. Die Polizei hat dringend nach Zeugen gesucht – und diese mittlerweile auch gefunden.

München - Beim Einsteigen in die S-Bahn ist am Dienstagabend eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen und einem 63-jährigen Mann eskaliert. Zwei der jungen Leute gingen auf den Mann los und schlugen auf ihn ein. Schließlich schubsten sie den 63-Jährigen – kurz bevor sich die Türen schlossen – aus dem Zug auf den Bahnsteig. Wolfgang Hauner von der Bundespolizei: "Der 63-Jährige hatte nicht unerhebliche Kopfverletzungen. Sein Zustand hat sich bei uns auf der Inspektion verschlechtert. Daraufhin wurde er in eine Münchner Klinik gebracht."

Es war am Dienstag, kurz nach 20 Uhr, als der 63-Jährige und die jungen Leute am Hauptbahnhof im hinteren Zugteil in die S 3 nach Mammendorf stiegen. Die Gruppe bestand aus etwa zehn jungen Leuten, darunter mindestens zwei Mädchen. Die Jugendlichen hatten mindestens zwei Wein- und Sektflaschen dabei. Einige von ihnen hatten sich bereits in der S-Bahn hingesetzt, als andere mit dem 63-Jährigen im Zug heftig aneinandergerieten.

Die beiden Angreifer waren laut Polizei etwa 16 bis 20 Jahre alt. "Sie schlugen auf den Mann ein und warfen ihn noch am Hauptbahnhof aus der S-Bahn. Der Mann stürzte zu Boden", sagt Wolfgang Hauner.

Die voll besetzte S 3 fuhr anschließend ohne den 63-Jährigen ab. Die Jugendlichen die S-Bahn bald wieder: Am Bahnhof Hirschgarten stiegen sie aus. Am Bahnsteig kümmerten sich zur selben Zeit Passanten um den 63-Jährigen aus Olching. Sie halfen ihm auf und begleiteten ihn zur Bundespolizeiinspektion im Hauptbahnhof. Von dort wurde er in eine Klinik gebracht. Über die genauen Verletzungen wurde am Mittwoch nichts bekannt.

Zeugen melden sich bei der Polizei

Update vom 23.11.: Wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte, haben sich die beiden dringend gesuchten Zeugen bei der Polizei gemeldet – die Öffentlichkeitsfahndung war erfolgreich.

Die Polizei bittet Augenzeugen, sich zu melden. Insbesondere sucht sie nach einer Frau, die trotz ihrer offensichtlichen Verletzlichkeit – sie hatte einen Gehstock bei sich – aufstand und die Täter mit ihrem Handy filmte. Die Zeugin trug zur Tatzeit eine auffällige knallgrüne Jacke und eine schwarze Mütze. Sie hatte einen roten Rucksack bei sich.

Bereits am Mittwochvormittag werteten Bundespolizisten die Videoaufzeichnungen aus der S-Bahn aus. "Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn klappt sehr gut", sagt Bundespolizeisprecher Hauner. Auf den Bildern konnten die Ermittler die Frau mit dem Gehstock erkennen, wie sie die Täter fotografierte. "Dabei kam es zu einem Wortgefecht, kurz nachdem sich die Frau wieder hingesetzt hatte."

Um die Täter möglichst schnell ermitteln zu können, bittet die Polizei die Zeugin, sich direkt bei der Bundespolizei unter der Rufnummer 089 515550-111 zu melden.

Auch andere Zeugen, die den Vorfall mitbekommen haben, werden gebeten sich zu melden. Hauner: "Die Reaktionen der Reisenden auf den Bildern zeigen, dass mehrere die Attacke bemerkt haben."

Der Streit ging möglicherweise bereits am Bahnsteig im Bereich des Abgangs am Elisenhof los.

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