Polizei prüft den Vorfall Hohenzollernstraße: Unbekannte bringen "Besetzt"-Banner an

Das Haus in der Hohenzollernstraße. Foto: google-streetview

Ein oder mehrere Unbekannte haben in der Nacht auf Montag ein "Besetzt"-Spruchbanner an einem Haus in der Hohenzollernstraße angebracht. Die Polizei prüft den Vorfall.

Schwabing - Die Aktion lief mitten in der Nacht ab. Ein oder mehrere Unbekannte waren in das Haus in der Hohenzollernstraße eingedrungen und hatten ein circa neun Meter langes Stoffbanner installiert, auf dem "besetzt" zu lesen war. Zudem war ein Anarchie-Zeichen zu sehen.

An den Türen des leerstehenden Gebäudes klebten drei Plakate, deren Inhalt wir hier im (unredigierten) Wortlaut wiedergeben:

"München ist eine Stadt der Reichen. Menschen, die zu wenig Geld haben, werden aus ihren Wohnungen vertrieben, an den Stadtrand gedrängt oder zu hoher Lohnarbeit gezwungen, um sich die hohen Mieten leisten zu können. So sind die Mieten in München in den vergangegen Jahren um 70% gestiegen. Statt günstigem Wohnraum entstehen Luxussuiten, Bürogebäude und Einkaufszentren, während für soziale und kulturelle Freiräume kein Platz ist. Ein gutes Beispiel ist der Gewerbehof an der Brudermühlstraße der derzeit Raum für Werkstätten und Ateliers bietet: er soll vom Gasteig verdrängt und nach drei Jahren letzendlich in Luxuswohnungen umgewandelt werden. Während sich nurnoch Bonzen die teuren Mieten leisten können, Wohnungslose in der Kälte erfriehren und Geflüchtete in Barraken leben müssen, stehen gleichzeitig Häuser- wie dieses hier- leer um als gewinnbringende Spekulationsobjekte vor sich hinzuschimmeln. Ich habe das alles satt. Aus Protest habe ich das Haus besetzt. Wehre auch du dich! Gegen ein München der Schickies und Schandis!"

Auf einer offenbar eigens für diesen Zweck eingerichteten Internetseite wurde das Statement ebenfalls veröffentlicht. Wer hinter der Aktion steht, ist nicht bekannt. Der Münchner Polizei ist die Aktion bekannt, sie spricht aber nicht von einer Besetzung. Es steht bislang lediglich ein Hausfriedensbruch im Raum, zudem wird geprüft, ob daneben noch weitere Straftaten begangen worden sein könnten.

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