Polizei-Einsatz im Lehel Krähen greifen spielende Kinder an

th, 29.05.2012 16:27 Uhr

Wie bei Alfred Hitchkock: Weil ein Junges aus dem Nest gefallen ist, werden die Tiere aggressiv. Die Feuerwehr greift ein. Eine Frau wird mit dem Schnabel am Kopf erwischt

MÜNCHEN - Es erinnert ein wenig an eine Szene aus Alfred Hitchcocks Horrorfilm „Die Vögel“: Im Lehel-Hinterhof an der Tattenbachstraße 7 stürzt sich ein Krähenpaar immer wieder auf spielende Kinder und Anwohner. Sie wollen ihr Junges verteidigen, dass aus dem Nest gefallen ist.

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Der kleine Franz (5) spielt mit Freunden und seiner Mutter Kerstin Sch. (36) auf dem Rasen Fußball. Dabei entdeckt er in der Nähe der Müllhäuschen einen ganz strubbeligen dunklen Vogel am Boden: „Ich wollte mir den Vogel anschauen, bin ganz dicht zu ihm hin. Plötzlich saust aus der Luft eine Krähe auf mich zu.

Beinahe wäre sie auf meinem Kopf gelandet.“ Aus Angst, dass ihrem Kind etwas passiert, bringt die angehende Fachlehrerin Kerstin Sch. ihren Sohn schnell in die Erdgeschoss-Wohnung. Sie sagt: „Mich hat eine Krähe mit dem Schnabel genau an der Stirn erwischt. Zum Glück ist nichts weiter passiert.“

Nachbarin Margitta R. (47) alarmiert bereits am Samstag die Polizei: „Ich habe meinen achtjährigen Sohn in Sicherheit gebracht. Mich hat eine Krähe direkt im Nacken getroffen. Zum Glück habe ich mir dabei keine Verletzung zugezogen.“ Die Polizei ist schnell am Einsatzort und ruft die Feuerwehr zur Unterstützung.

Ohne Schutzkleidung und Helm nähert sich ein Feuerwehrmann dem Jungen. Eine Krähe greift ihn an und erwischt ihn am Kopf. Feuerwehr und Polizei rücken wieder ab – mit dem Ratschlag an die Hausbewohner: „Halten Sie Abstand zu den Vögeln.“

Kerstin Sch. sagt: „Die Nachbarn sind nur noch mit Regenschirmen über dem Kopf in den Hinterhof gegangen, um ihren Abfall weg zu bringen.“ Sie selbst traute sich nicht mehr in den Hof: „Der Müll hat sich in unserer Wohnung inzwischen gestapelt.“

Am Pfingstsonntag spielen die Krähen noch verrückter, nachdem ein zweites Jungtier aus dem Nest in einem Baumwipfel gefallen ist. Dessen Verbleib ist allerdings unklar. Gegen 19.30 Uhr trifft die Feuerwehr Oberschleißheim mit einem Drehleiterwagen ein.

Die Feuerwehrmänner ziehen zur Sicherheit Schutzanzüge und Helme an. Mit einem speziellen Tierfangkasten wird das Junge, dass inzwischen auf dem Dach des Müllhäuschens sitzt, eingefangen. Durch die Tiefgarage tragen sie die kleine Krähe zum Feuerwehrauto, um es zur Aufzucht in eine Vogelstation zu bringen.

Kerstin Sch.: „Uns wurde gesagt, dass man den Vogel extra verdeckt durch die Tiefgarage abtransportiert hat, damit die Eltern die Verfolgung nicht aufnehmen könne.“ Wenn die Jungkrähe groß genug ist, kommt sie wieder in Freiheit.

 

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Kommentare (8)
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JUL
27
Tierfreund, 08:14 Uhr

Kinder greifen schutzlosen Vogel an ...

Schade, dass sich die Abendzeitung mit der Titelzeile auf so ein reißerisches Niveau begibt. Hätten die Kinder den Jungvogel in Ruhe gelassen, wäre es bestimmt nicht zu Angriffen gekommen. 'Anschauen' war von dem Jungen sicherlich nicht das Ziel. Wie alle Kinder wollte er den Vogel 'anfassen'. Logisch, dass sich die Vogelmutter wehrt. Und da wäre es Aufgabe der Mutter - noch dazu Lehrerin - gewesen, rechtzeitig einzugreifen und das ihrem Kind zu erklären. Aber allein die Aussage, dass sich innerhalb kürzester Zeit 'der Müll stapelt' zeigt, wie 'verantwortungsvoll' diese Familie mit der Umwelt umgeht.

MAI
30
Gast, 12:31 Uhr

Für die Lehrerin

http://www.wildvogelhilfe.org/ Das kann sie sich ja mal mit ihrem Sohn zusammen durchlesen. Sehr informativ.

MAI
30
Mensch, 10:37 Uhr

Elter

'Die Mutter hat Angst um ihren Sohn' Das haben die Kräheneltern um ihr Junges auch. Aber der Mensch nimmt den Vögeln ihr letztes Kind weg. Muss ich das verstehen? Warum muss das Kind überhaupt in die Nähe des Jungvögel gehen? Die Anwohner hätten rechtzeitig noch im März dafür sorgen können, dass die Krähen in dem Baum nicht nisten. Am Schluss muss der Baum noch weg.

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