Politik fürchtet Gäste-Invasion Augustiner stellt Pläne für Biergarten im Maxwerk vor

Das Maxwerk soll bald zum Ausflugslokal werden. (Archivbild) Foto: imago/STL

Augustiner will das Wasserkraftwerk am Auer Mühlbach als Biergarten betreiben, stellt erstmals detaillierte Pläne vor - und stößt auf aufgebrachte Bezirkspolitiker.

Au - Augustiner-Chef Martin Leibhard hat sich am Dienstagabend auf der Sitzung des Bezirksausschusses (BA) AU-Haidhausen zu dem Vorhaben geäußert. Allerdings waren nicht alle begeistert von den Plänen. Die Sitzung gestaltete sich recht turbulent - die meisten der Bezirkspolitiker sind gegen das Projekt.

Küche hat nur 29 Quadratmeter

Zunächst berichtete Leibhard, dass die Gastronomie im Innenbereich 150 und draußen 280 Plätze bekommen soll. So sind für das Erdgeschoss insgesamt 80 Plätze geplant, dazu kommen 80 Plätze auf der Freischankfläche auf der Nordwest-Seite. Im ersten Stock sollen es rund 70 Plätze mit "Stuben-Charakter" werden.

Das Besondere am Maxwerk ist die große Dachterasse: Hier finden rund 200 Gäste Platz. Logistisch wird der Betrieb aber möglicherweise eine Herausforderung für Augustiner: Die Küche misst nur 29 Quadratmeter. "Große Gastronomie" wird hier nicht möglich sein.

Und genau damit versuchte Augustiner-Chef Leibhard dann auch, etliche aufgebrachte Bezirkspolitiker und Zuhörer zu beruhigen: "Das wird kein Biergarten, das werden nur ein paar Plätze ums Haus. Ein Ausflugslokal, wo man Kuchen, Eis, vielleicht mal einen Wurstsalat essen kann. In der kleinen Küche kann man keine Großgastronomie machen", so Leibhard.

FDP-Stadtrat fürchtet Touristeninvasion

Für FDP-Stadtrat Wolfgang Heubisch, der in Haidhausen wohnt und in der Gegend gern joggt, sagte: "Wir haben dort eine einmalige Situation: ein denkmalgeschütztes Haus, ein Landschaftsschutzgebiet und ein Gartendenkmal. Diese Trias verbietet diese geplante Nutzung." Sein persönliches Horrorszenario: "Wissen Sie, was passieren wird, wenn das fertig ist? Im nächsten Reiseführer wird das Wirtshaus als Geheimtipp stehen. Dann ist da unten Halligalli. Ich möchte das als Münchner Bürger nicht haben", so Heubisch.

Auch Bezirksausschuss-Chefin Adelheid Dietz-Will machte ihrem Unmut Luft: "Was glauben Sie, was bei uns im Wohngebiet los sein wird, wenn da dann alle Biergartengäste parken! Dabei wollen wir die Fahrradfahrer schon gar nicht mehr dort haben."

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Vergeblich argumentierte Leibhard, dass Besucher des Maxwerks je nach Wetter entweder draußen oder drin säßen - und daher vermutlich nicht mehr als 100 Gäste gleichzeitig das Maxwerk aufsuchen würden. Die Auswirkung einer solchen Gastronomie auf die Umgebung hinsichtlich Verkehr und Andrang würde vom Bezirksausschuss derzeit überschätzt, so sein Tenor.

Nur bei den Grünen fand der Augustiner-Chef Verständnis. Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich sagte: "Ich möchte nicht, dass das da so vergammelt bleibt." Ihrer Meinung nach solle das Projekt eine Chance bekommen.

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Der Wunsch, aus dem alten "vergammelten", barock anmutenden Kraftwerk wieder ein kleines Schmuckstück zu machen, hatte den Stein des Anstoßes überhaupt ins Rollen gebracht: Es ist schon einige Jahre her, dass die grüne Stadtratsfraktion angeregt hatte, ein wenig Leben ins Maxwerk zu bringen: mit einer kleinen Gastronomie. Durch die Verpachtung hätte das Gebäude die Chance, wieder auf Vordermann gebracht zu werden.

Die Stadtwerke München (SWM), Eigentümer des Maxwerks, griffen also damals die Idee der Grünen auf. Im Herbst 2015 gewann dann Augustiner das Bieterverfahren. Schnell allerdings regte sich Widerstand in Haidhausen und in dessen Bezirksausschuss. Schließlich ist Augustiner kein Name, den man unbedingt mit lieblichen Kleincafés in Verbindung bringt. Die Stadträte im Rathaus hingegen sehen dem Vorhaben an der Isar gelassen entgegen. Sie haben dem Vorhaben gesammelt zugestimmt.

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