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Polit-Kampf: Ude stiehlt Seehofer die Schau

Angela Böhm, vom 05.10.2011 12:00 Uhr

Der SPD-Hoffnungsträger lässt sich im edlen Literaturhaus zum Kandidaten krönen – und macht mit dieser Inszenierung dem CSU-Parteitag in Nürnberg Konkurrenz.

MÜNCHEN Über den Dächern Münchens liegt das Zentrum der Denker – nicht nur der bayerischen, auch der internationalen, die hier ihre Werke präsentieren. Es ist eine außergewöhnliche Mischung aus Lokalkolorit und Internationalität, die das Literaturhaus im Herzen der Landeshauptstadt, am historischen Salvatorplatz, verkörpert.

Am Freitag findet hier eine ganz besondere Inszenierung statt: Das „Opus Ude”.

Im gläsernen Saal zelebriert die SPD-Spitze die Krönungsmesse ihres Spitzenkandidaten Christian Ude – als Kampfansage an Titelverteidiger Horst Seehofer. Der trommelt zur gleichen Zeit seine Truppen in der tristen Messehalle am Stadtrand von Nürnberg zum CSU-Parteitag zusammen.

Mit Bedacht haben die Sozialdemokraten Datum und Ort gewählt. Noch nie zuvor hatte eine Vorstandssitzung bei der SPD unter der Woche stattgefunden. Neben den 35 Mitgliedern der Parteispitze werden auch die sozialdemokratischen Landtags- und bayerischen Bundestagsabgeordneten dem Herausforderer Christian Ude huldigen. Der wird im Kreise der rund 70 Genossen in seiner Thron-Rede erstmals sein Regierungsprogramm präsentieren.

Das aber hat einen ganz heiklen Punkt: den Bau der dritten Startbahn am Münchner Flughafen, von dem Ude nicht abrücken will. Grüne und Freie Wähler, die möglichen Regierungspartner, sind aber strikt dagegen.

Sollte eine mögliche Koalition 2013 ausgerechnet daran scheitern, hat SPD-Landeschef Florian Pronold schon ein Friedensangebot in der Tasche. Als letzte Möglichkeit soll eine „Bürgerbefragung” über die 3.Startbahn entscheiden. Vorausgesetzt, sie ist bis 2013 noch nicht im Bau.

Mit Ude hat Pronold darüber schon geredet. Der Münchner OB hat mit Basisdemokratie nicht gerade die besten Erfahrungen. So zwangen ihn die Bürger zur Untertunnelung des Mittleren Ringes und zum Verbot von Hochhäusern. Auch das Votum für Olympia in Garmisch ging nur ganz knapp aus.

Ude stimmte einer neuen „Bürgerbefragung” zur Startbahn zu. Aber nur unter einer Voraussetzung: Sie müsse in ganz Bayern stattfinden. Denn die Mehrheit im Freistaat würde für den Bau stimmen, da sind sich Pronold und Ude sicher.

Damit wäre auch das letzte Problem für die Eroberung des Bayern-Throns gelöst. Mit ihrer Inszenierung in München will die SPD die rund tausend CSU-Delegierten in Nürnberg nervös machen und in Unruhe versetzen.

Am Samstag steht nämlich bei den Schwarzen die Krönungsmesse von Horst Seehofer an. Die Parteispitze muss neu gewählt werden. Und CSU-Rebell Peter Gauweiler sorgt mit seiner Kandidatur gegen CSU-Vize und Verkehrsminister Peter Ramsauer eh schon für Wirbel.

„Unter den Delegierten wird Ude sicher eine Rolle spielen”, frotzelt Bayerns SPD-Chef Florian Pronold. „Das wird sicher eine Bereicherung des CSU-Parteitages.”

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OKT
06
10:59 Uhr, geschrieben von anglia
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05
21:39 Uhr, geschrieben von Löwe 151
Koan Ude!
Servus Alf, politisch guter Kommentar. Uns Löwen hat er erst zur Beteiligung an der AA überredet. Dies tat Ude, damit das Pressezentrum für die WM 2006 in München war. Außerdem konnte damit auch begründet werden, dass die Infrastruktur ums Stadion der Steuerzahler berappen muß, was bei einem reinen FCB-Stadion schwerer möglich geworden wäre. Dann wäre es aber uU nichts mit dem Perssezentrum in München geworden. Als uns Löwen dann das Wasser bis zum Hals stand, hatte Herr Ude plötzlich keine Zeit mehr für uns ...
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05
17:28 Uhr, geschrieben von Zeremonienmeister
Hofberichterstattung
Das Affentheater, das die AZ um den Kandidaten herum inszeniert, gleitet ins Lächerliche ab: "Krönungsmesse im gläsernen Saal....." Die Grünen brauchen keine zweiten Wowereit, die Stadtautobahn in Berlin ist uns Warnung genug. Das Nein der Grünen zur 3. Startbahn bleibt bestehen. Herr Ude und Herr Pronold wollen schon die Grünen Prinzipien verraten, bevor der Wähler entschieden hat. Die Gier der Macht treibt ihre Blüten. Wer Grün wählt, weiss woran er ist und das muss in Bayern so bleiben. Ein Begräbnis der Grünen Werte können wir uns in Bayern nach der Schiebung in Berlin nicht leisten.
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