Auf 1860 wartet im Pokal in Hennef ein Hitzeduell bei 35 Grad. Trainer Maurer lässt keine Ausreden zu – und gibt seinen Reservisten eine neue Chance.

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München - Spaß machen soll ihr Ausflug nach Bonn. Nach dem stundenlangen Bus-Trip nach Dresden Anfang der Woche gönnen sich die Löwen nun beim Pokalspiel am Sonntag (14.30 Uhr, Sky live) beim FC Hennef Luxus und fliegen in den Westen – und zurück. Die Sechzger haben kaum Reisestrapazen und einen Gegner aus der fünften Liga.

Kein Wunder, dass Trainer Reiner Maurer sagt: „Das ist ein Pflichtsieg für uns. In den letzten Jahren hatten wir in der ersten Runde in Verl und Osnabrück große Mühe, wir mussten kämpfen und zittern. Diesmal wollen wir sofort das Heft in die Hand nehmen.“

Auch in Bonn, wohin der Oberligist und Mittelrheinpokalsieger aus Hennef sein Spiel verlegt hat, weil dort rund 6000 Zuschauer Platz haben, erwartet Maurer ein „undankbares Spiel, aber wir werden alles dafür tun, um uns mit unserer Qualität durchzusetzen.“

Zwar werden im Westen am Sonntag bis zu 35 Grad erwartet und einer anrennenden und um mehrere Tore bemühten Mannschaft macht es die Hitze sicher nicht leichter, doch Maurer meint: „Die Belastung ist zwar groß, aber wir müssen den Ball schnell laufen lassen und uns Lücken suchen. Die Temperatur darf keine Ausrede für uns sein.“

101118 Euro haben die Sechzger allein durch die Pokalteilnahme sicher, bei einem Sieg in Hennef und einem Heimspiel in Runde zwei gibt’s weitere 255216 Euro. Maurer, der 1984 als Spieler des FC Bayern Pokalsieger wurde, sagt: „Es geht um unser Image und um die Finanzen. Ich selbst habe mich früher als Spieler immer auf den Pokal gefreut. Das werde ich jetzt auch den Spielern vermitteln.“

Dabei darf er seine Worte diesmal an einige Profis richten, die sonst nicht zum Stamm zählen. Denn im Pokal gibt Maurer mehreren Löwen eine Bewährungschance, die sie in der Liga aufgrund der starken Konkurrenz nicht bekamen. Die AZ zeigt, wer sich in Bonn beweisen darf:

Christopher Schindler: Der 22 Jahre alte Verteidiger hat zwar vergangene Saison 30 Spiele gemacht, doch hinter Gui Vallori und Necat Aygün saß er zuletzt nur auf der Bank. Von ganz großem Nachteil aber war das gar nicht für ihn, denn am Freitag sagte Schindler der AZ: „Es war nicht schlecht, ich konnte hart trainieren und viel am defensiven Kopfball arbeiten. Ich habe Kraft getankt und fühle mich spritzig und griffig. Die Chance jetzt im Pokal muss ich nutzen.“

Kai Bülow: „Kai darf es als Lohn oder Lob ansehen, wenn er zum Einsatz kommt“, sagte Maurer am Freitag über Bülow, der in den ersten beiden Jahren seit seinem Wechsel aus Rostock stets Stammspieler war. Maurer: „Für ihn ist es ganz bitter, dass er jetzt zur zweiten Reihe gehört. Aber er hat sich im Training immer hervorragend präsentiert.“ Bülow kam in dieser Saison noch keine Sekunde zum Einsatz.

Timo Ochs: Der Reservekeeper der Sechzger war nah dran am Stammposten in diesem Sommer. „Dass mir der Trainer dann gesagt hat, dass ich nicht spiele, war ärgerlich. Aber ich bin froh, dieses Spiel jetzt zu bekommen und weiß, dass die Saison noch lang ist.“ Ochs meint, jetzt „näher dran zu sein an Kiraly als vor einem Jahr“. Am Ende der Saison laufen von beiden die Verträge aus, Ochs sagt: „Das ist eine besondere Situation, aber mit 30 Jahren muss ich mich noch nicht um die Zukunft sorgen.“

Arne Feick: Anfang der Woche hatte Maurer erwägt, dem linken Verteidiger mal wieder eine Chance zu geben. Doch nun meldete sich Grzegorz Wojtkowiak fit, Feick bleibt wohl weiter draußen. Maurer betont: „Er ist zwar sehr engagiert, aber ich muss in erster Linie schauen, wie wir unsere Spiele gewinnen. Ich kann nicht immer auf jeden Rücksicht nehmen.“

 

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