Pläne präsentiert Kustermann: Der Kuchen kommt wieder

, aktualisiert am 08.02.2017 - 18:14 Uhr
Die Skizze zeigt die künftige Ansicht von der Sollner Straße aus. Foto: Larass Architekten

Neue Wohnungen kommen, das Café im Pavillon kehrt zurück. Das macht der neue Eigentümer mit dem markanten Rundbau.

Solln - Frans Hals wurde mit einem Gemälde einer schmausenden Schützengilde bekannt. Die könnte man sich auch im Café an der nach ihm benannten Straße Nummer 1 in Solln vorstellen. Ab Mitte nächsten Jahres zumindest, denn dann soll im alten Café Kustermann wieder Leben sein.

Am Mittwoch hat der Eigentümer, die Merkur Bauträger GmbH, seine Pläne für den Pavillon und das dahinter liegende Gelände vorgestellt. Die freudige Nachricht für die Sollner: Der Rundbau aus den 50er Jahren ist definitiv gerettet. Und auch soll dort wieder ein Café betrieben werden – nur von wem ist noch nicht endgültig geklärt.

Nach der Schließung der Traditionskonditorei im Herzen Sollns und der Sollner war die Angst vor einem Abriss groß, der Bezirksausschuss (BA) und die Bürger kämpften um ihr innig geliebtes Café. Mit Erfolg, der Rundbau wird in das neue Ensemble eingegliedert. BA-Mitglied Karl Pauli ist erleichtert: „Wir haben zwar viele belebte Plätze – aber nicht solche wie den vor dem Café Kustermann, wo man dem Leben einfach zuschauen kann“, sagt er.

Der Pavillon selbst wird lediglich saniert, bekommt eine neue Heizung. Zur Sollner und Frans-Hals-Straße hin schließt sich dann je eine etwas zurückversetzte Gewerbefläche an. Dahinter wird ein zweistöckiges Wohnhaus gebaut werden. Neben dem Schutz des markanten Pavillons ging es bei den Planungen auch um den des ganzen Umfeldes. „Wir wollten auch keinen Präzedenzfall mit einem hohen Gebäude schaffen“, erinnert Pauli.

Bewerbungen für die Wohnungen ab sofort

Überplant ist das gesamte Grundstück, bis hinter zu dem Einfamilienhaus am südwestlichen Ende – Hühnerhaus nennen die Planer die Villa von 1920. Etwa 13 bis 17 Wohnungen in verschiedenen Größen sollen darin entstehen, Zielgruppe sind Alleinstehende, Paare, Familien – und Kapitalanleger. Bewerbungen werden ab sofort angenommen.

Zur Präsentation kommen auch Nachbarn und andere, die um das Café im Pavillon gekämpft haben, unter ihnen ist Kunsthistorikerin Dorle Griebe: „Es ging ja nicht nur um das Café sondern auch um den Bau – Vergleichbares gibt es in München kaum. Ich bin total begeistert, die Lösung ist großartig“, lobt sie die Pläne. Der Bauherr macht sich jetzt auf die Suche nach passenden Handwerkern – Baustart ist im Sommer.

Der Pavillon wurde 1951 ursprünglich als Behelfsbau errichtet, Architekt war Ludwig Reiber, Vater von Fernsehansagerin Carolin Reiber. Eigentlich gab es eine Beschränkung auf zehn Jahre – es wurden viele mehr. Und wenn die pinken Bauzäune weg sind, geht es weiter im Café.  

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