Pläne für den Sattlerplatz Wieder ein Stück autofreie Altstadt

Die Fürstenfelder Straße mit Blick zum Ruffinihaus: Autos soll es hier keine mehr geben. Foto: Daniel von Loeper

Die Große Koalition im Rathaus will die Fußgängerzone erweitern. Autos sollen unter die Erde verbannt werden – und neue Plätze entstehen.

München - Der alte Postparkplatz, das abbruchreife Parkhaus: Der Sattlerplatz ist kein Ort, den die Münchner lieben. Noch nicht. Im Rathaus hat man große Pläne für eine der letzten innerstädtischen Flächen, die überhaupt noch neu geplant werden können.

Denn der Grund gehört der Stadt. Einen Großteil der Fläche hat sie kürzlich im Erbbaurecht für 60 Jahre an den benachbarten Herrenausstatter Hirmer vergeben. Eine bewusste Entscheidung für ein Münchner Traditionsunternehmen – die aber auch Kritik auf sich gezogen hat von jenen, die sich eine unkommerzielle Nutzung wünschen. Eine Initiative hatte alternative Pläne vorgestellt – mit einer großen Treppe auf das Parkhaus.

Vielleicht besänftigen sie ja die Rathaus-Pläne, die am Montag bekannt wurden. Eine große Stadtrats-Mehrheit aus SPD, CSU und FDP stellte einen gemeinsamen Antrag zur künftigen Gestaltung.

Und so stellen sie sich den Sattlerplatz vor...

l Das Areal zwischen Fürstenfelder Straße, Färbergraben und rund um die Sattlerstraße soll Fußgängerzone werden.

l Die Anfahrt zu den Tiefgaragen soll nach Möglichkeit nicht mehr oberirdisch erfolgen. Ob es möglich ist, die Zufahrten unter die Erde zu verlegen, soll jetzt die Stadtverwaltung prüfen.

l Für Parkplätze soll eine neue Tiefgarage entstehen – für Autos und Fahrräder.

l Ein geändertes Verkehrskonzept soll den Park-Suchverkehr verringern. Unter anderem ist geplant, die Einbahnregelung auf der Damenstiftstraße umzudrehen.

l Die Anfahrt zu den Tiefgaragen soll nach Möglichkeit nicht mehr oberirdisch erfolgen. Ob es möglich ist, die Zufahrten unter die Erde zu verlegen, soll jetzt die Stadtverwaltung prüfen.

l Der Sattlerplatz selbst soll mit drei neuen Gebäuden zu einem „belebten Ort werden, an dem man sich gerne aufhält“: begrünt und mit neuen Geschäften und Gastronomie.

Koalition hat schon nächste autofreie Straße im Blick

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl sagte im Gespräch mit der AZ, der Sattlerplatz werde "ein deutlich attraktiverer Stadtraum – und viel schöner für die, die durchgehen". Reissl will den Vorstoß nicht als nächsten Schritt auf dem Weg zu einer ganz autofreien Altstadt verstanden wissen.

Er kündigt aber trotzdem schon das nächste bisserl Fußgängerzone an: Er geht davon aus, dass die Große Koalition im Frühjahr beschließt, dass auch die Löwengrube autofrei wird.

Lesen Sie hier den Kommentar von Thomas Müller zum Thema

 

 

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