Pläne des GEW Lehrermangel: Quer- und Seiteneinsteiger für Grundschulen

Ende 2017 war rund jede zehnte Leitungsstelle an Grundschulen in Deutschland unbesetzt. Foto: David-Wolfgang Ebener/Symbol Foto: dpa

Angesichts des Lehrkräftemangels an Grundschulen müssen die Kultusministerien nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor allem um Quer- und Seiteneinsteiger werben.

Berlin - Nun hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein Rezeppt gegen den Lehrermangel an Grundschulen vorgelegt: Quereinsteiger. Diese müssten "sofort berufsbegleitend nachqualifiziert und durch Mentoringprogramme unterstützt werden", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Mittwoch in Frankfurt am Main. Dafür müsse es bundesweit einheitliche Standards geben.

Die Begriffe Quer- und Seiteneinsteiger beschreiben laut GEW Akademiker, die ohne Lehrerausbildung in den Schuldienst kommen.

Numerus clausus "vollkommen unverständlich"

Zugleich müssten die Ausbildungskapazitäten für Lehrkräfte deutlich hochgefahren werden. "Es ist vollkommen unverständlich, dass es noch Studiengänge für das Lehramt an Grundschulen gibt, die mit einem Numerus clausus (NC) belegt sind", betonte Tepe. Damit mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen, müsse der Beruf attraktiver gemacht und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Dazu gehöre auch eine angemessene Bezahlung. "Im Moment werden fast alle Lehrkräfte an Grundschulen deutlich schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen an anderen Schularten – trotz gleichlanger Ausbildung und gleichwertiger Arbeit", beklagte die GEW-Vorsitzende.

Lehrkräfte müssten zudem von administrativen Aufgaben entlastet werden. Weil Schulen Sekretärinnen oder IT-Kräfte fehlten, würden diese Aufgaben oft von Lehrkräften erledigt. "Den Lehrerinnen und Lehrern fehlt dann wiederum die Zeit, um die Schülerinnen und Schüler individuell zu unterstützen."

Unterstützung bräuchten Schulen auch von Sozialarbeiter und Psychologen. Nur so könnten sie die Anforderungen einer zunehmend heterogenen Schülerschaft meistern, sagte die GEW-Vorsitzende Tepe.

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