Personaldebatte in der CSU Seehofer will sich nach Jamaika-Sondierung schnell erklären

Steht intern in der Kritik: CSU-Chef Horst Seehofer. Foto: dpa

Wie geht es weiter mit Horst Seehofer? Der CSU-Chef steht intern massiv in der Kritik, lehnt aber bislang Gespräche über die Zukunft ab. Das soll erst nach den Jamaica-Sondierungen passieren, bekräftigte Seehofer nun erneut.

München - CSU-Chef Horst Seehofer will sich nach Abschluss der Jamaika-Sondierungen sehr schnell zu seiner politischen Zukunft und der künftigen personellen Aufstellung der CSU äußern.

"Sobald die Sondierungsphase vorbei ist, werde ich ein bis zwei Tage nachdenken und dann klar sagen, welche Formation ich mir vorstelle", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Bei der Gelegenheit werde er auch auf das "Kesseltreiben" eingehen, das seit der Bundestagswahl gegen ihn betrieben werde, kündigte er an.

JU-Bayern fordert Rückzug

Seehofer steht seit dem CSU-Wahlfiasko intern massiv in der Kritik. Am Wochenende forderte die bayerische Junge Union (JU) als erste große Parteiorganisation offen den Rückzug des 68-Jährigen spätestens im kommenden Jahr. Zuvor hatten schon mehrere CSU-Bezirksvorstände in internen Sitzungen einen "geordneten" personellen Übergang gefordert.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekräftigte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass die CSU ihre innerparteilichen Fragen erst nach Abschluss der Sondierungen in Berlin diskutieren sollte. "Schließlich hängt vom Zustandekommen einer Jamaika-Koalition auch die personelle Aufstellung der CSU in Berlin ab."

Auch CSU-Vize Christian Schmidt verlangte, Personalfragen hintenan zu stellen. "Es geht nicht um besondere Höflichkeit gegenüber Horst Seehofer, sondern um Unterstützung unseres nun wirklich erfahrenen Verhandlungsführers im Interesse hoher Wirkmacht der CSU", sagte der Bundesagrarminister der Passauer Neuen Presse (Montag). "Die Reihen zu schließen ist eine Verpflichtung für uns alle."

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