Perfekte Antwort "Diesen Stil müssen wir durchziehen"

Der FC Bayern besiegt Hannover 96 im Stile eines Meisters. Mit einem Sieg gegen Dortmund wäre die Herbstmeisterschaft perfekt. Davor wartet aber noch ein Stolperstein.

München - Es war ein äußerst unterhaltsames Spiel, eine gute Bayern-Show, dieses 5:0 gegen Hannover. Eine Partie, die viele persönliche Geschichten bot. Mario Gomez kehrte furios zurück, Javi Martínez und Dante feierten Tor-Premieren, Franck Ribéry besiegte seine Schmerzen und Toni Kroos, der beste Mann auf dem Platz, sein zeitweises Phlegma.

Und so inbrünstig wie selten stellten die Bayern-Fans in der Arena singend fest: "Deutscher Meister wird nur der FCB!" Wer dachte an diesem Novembernachmittag schon an Freiburg? Die Spieler. Was genauso brav wie vernünftig war. Der SC Freiburg ist am Mittwoch der nächste Gegner (20 Uhr), die letzte Etappe vor dem großen Duell mit Borussia Dortmund kommenden Samstag.

Die mentale Marschroute verknappte Ribéry in charmantem Deutsch so: "Wir müssen null an Dortmund denken, wir haben Freiburg vor uns." Diese Freiburger! 0:0 hieß es im Februar, der Abwärtstrend nahm seinen Lauf. Endstation Vize-Sammlung.

Kroos und Gomez warnen vor Freiburg

"Am liebsten würden wir am Samstag mit neun Punkten Vorsprung hier gegen Dortmund auflaufen – Minimum neun Punkte", sagte Kapitän Philipp Lahm. Ein Sieg im Breisgau gegen die Gallier der Liga und dann dem Titelverteidiger im eigenen Haus eins verpassen – perfekt wäre die 18. Herbstmeisterschaft. Und bei zwölf Punkten Polster wohl auch der Titel 2013.

"Es bringt uns nichts, wenn wir zwar Dortmund schlagen, aber in Freiburg drei Punkte liegen lassen", sagte Toni Kroos. Mario Gomez präzisierte die Warnung: „Wir sind dort letztes Jahr vom Weg abgekommen, das darf uns dieses Jahr nicht passieren”, sagte der Torjäger, "Freiburg ist sehr aggressiv, sehr draufgängerisch, unglaublich kompakt. Da tun sich alle Mannschaften schwer."

Die Spieler haben verstanden. So nehmen sie Vorstandsboss Karl–Heinz Rummenigge und Coach Jupp Heynckes die Arbeit ab. Die letzten Tage war es vor allem Rummenigge, der nach dem 1:1 in Valencia dem Team ins Gewissen geredet hatte ("Aufwachen!"). Der Weckruf wirkte. Der Auftritt gegen Hannover war ein "Hallo! Wir! sind! wach!"-Spiel.

Weiter auf Rekordkurs

"Manchmal brauchen wir das", meinte Ribéry. Der Lerneffekt dürfte Fußball-Lehrer Heynckes zufrieden stellen. Nun warnen die Spieler sich selbst. "Diesen Stil müssen wir bis Weihnachten durchziehen", forderte Gomez.

34 Punkte nach 13 Spielen und die Tordifferenz von +33 bedeuten aktuell einen weiteren Bundesliga-Rekord. Aufgestellt unter Heynckes, der zuletzt leicht gereizt wirkte als er auf all die Hinweise von innen und außen antwortete: "Ich weiß selbst, was ich zu tun habe."

Das war? "Wir haben ein klasse Spiel gemacht, weil wir von Anfang an sehr giftig und aggressiv waren und das Spiel kleiner gemacht haben als zuletzt", sagte Heynckes. Kompakt. Klasse. Lernwillig. Also meisterhaft? Mittwoch und Samstag werden es zeigen.

 

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