Penthäuser im Bahnhofsviertel Schillerstraße: Gediegen wohnen überm Wettbüro

Frisch saniert ist es an der Schillerstraße. Unten Wettbüro, oben Wohnungen. Foto: lk

Immobilienentwickler haben das Münchner Bahnhofsviertel im Blick. An der Schillerstraße gibt es jetzt Penthäuser – die Nachbarschaft bleibt aber rau.

Ludwigsvorstadt – Es ist nicht so als würde keiner im südlichen Bahnhofsviertel wohnen, jeder der 3.200 Bewohner würde aufschreien, trotzdem kommen mehr Menschen zum Arbeiten in das Viertel. Dem Willen einiger Investoren nach soll sich das bald ändern. Sie setzen auf Luxus – auch dort, wo es eher herb zugeht.

Das Mammutprojekt Hauptbahnhof im Hinterkopf haben einige Immobilienentwickler bereits Lunte gerochen. So wirbt einer von ihnen großflächig auf der Fassade für Appartements und Penthäuser im "Neue Schiller". Ein Wohnblock aus den 60er Jahren an der Schillerstraße Ecke Landwehrstraße, der kürzlich generalsaniert wurde. Auf 36 bis 120 Quadratmetern sollen laut Eigenwerbung zukünftig "kreative Zeitgenossen, die von zu Hause arbeiten und trotzdem mittendrin in der pulsierenden Isarmetropole sein möchten" leben. 80 Quadratmeter in der Dreizimmerwohnung gibt es schon für 675.000 Euro – für München vergleichsweise günstig.

Was die polierten Bilder auf der Webseite der Omega-Gruppe verschweigen? Zum Beispiel, dass sich im Erdgeschoss des Gebäudes ein Wettbüro befindet, schräg gegenüber sitzt die Migrationsberatung, vis-à-vis eine Spielhalle – nebenan gibt’s zumindest eine Außenstelle der Volkshochschule. Der "Kosmopolit", der hier einziehen soll, stört sich vermutlich nicht an diesem "urbanen Lebensstil" – und der Kapitalanleger, für den die Anzeige eigentlich gedacht ist, noch weniger.

Das kann ihm auch egal sein, schließlich soll er in dem "kleinen Juwel" im "neuen München des 21. Jahrhunderts" nicht selbst logieren, denn: "Möblierte Apartments in zentralster Lage sind extrem nachgefragt."

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