Papierflieger mit Hilfe-Botschaft Polizeieinsatz: Das steckt hinter der "Geiselnahme" in Haidhausen

, aktualisiert am 10.07.2017 - 15:42 Uhr
Auf diesen Spielplatz hat der Bub gewollt. Im kleinen Bild: Der Papierflieger, den der 9-Jährige aus dem Fenster startete. Foto: rah/PP MUE/AZ

Äußert kurioser Vorfall in Haidhausen: Nach einem Zeugenhinweis musste die Polizei am Samstag wegen einer vermeintlichen Geiselnahme ausrücken. Am Ende war die Situation dann allerdings doch nicht so brenzlig, wie zunächst angenommen.

Haidhausen - "Hilfe, ich werde als Geisel festgehalten, befreit mich, Breisacher Straße 14", lautet die Nachricht. Geschrieben von leicht krakeliger Kinderhand auf einem gefalteten Papierflieger. Ein Passant fand die Nachricht am Samstagabend und brachte den Flieger sofort zur Polizeiinspektion 22 (Bogenhausen). Er ging von einer Geiselnahme aus – ein Bub, der sich in der Gewalt skrupelloser Entführer befindet, so seine Befürchtung.

Eine Streife fährt zu der angegebenen Adresse in Haidhausen. Die Polizisten suchen nach der vermeintlichen Geisel. Sie klingeln bei jeder Wohnung. Doch weder von der Geisel finden sie eine Spur und auch nicht von möglichen Entführern. Im Gegenteil. Im Vorder- und Rückgebäude wohnen ganz normale Leute, darunter auch einige Familien mit kleinen Kindern. Genau bei denen werden die Beamten auch um kurz nach 23 Uhr fündig. Ein 9-Jähriger hatte gegen 20 Uhr noch einmal raus wollen, auf den Spielplatz im zweiten Hof des Mietshauses. Doch seine Eltern waren nicht einverstanden.

Das fand der Schüler offensichtlich mehr als ungerecht – deshalb schrieb er mehrere "Notrufe", faltete aus den Blättern Flieger und ließ sie aus dem Fenster starten. Einer wurde gefunden, mit dem bekannten Ergebnis. Wie die Polizei berichtet, brachte ein anderer Passant einen weiteren Flieger am Montag auf die Wache.

Dem Bub geht es gut, keine Entführung, keine Geiselnahme. Die Eltern müssen sich auch keine Sorgen machen, dass sie wegen des Scherzes ihres pfiffigen Sohnes Ärger mit der Polizei bekommen. Die Beamten drückten ein Auge zu.

Nicht bekannt ist, ob der 9-Jährige nach der Eskapade mit dem Paperflieger abends wieder raus darf.


Hier ließ der Bub den Papierflieger los. Foto: rah

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