Panne beim Erzbistum München Moon-Sekte predigt im Schloss Fürstenried

Die für ihre Massenhochzeiten bekannte Moon-Sekte tagt derzeit im Schloss Fürstenried. Foto: dpa

Eine peinliche Panne beim Erzbistum München macht’s möglich. Anhänger der Moon-Sekte treffen sich auf Schloss Fürstenried.

München - Da hat jemand bei der Vertragsunterzeichnung wohl nicht genau genug hingeschaut: Im Schloss Fürstenried, einem Exerzitienhaus der Erzdiözese München und Freising, findet von heute bis Sonntag eine Fachtagung der „Universal Peace Federation“ statt – dahinter verbirgt sich eine Tarnorganisation der berüchtigten Moon-Sekte.

Als Thema steht „das westliche Wertesystem“ auf dem Programm des dreitägigen Treffens. Geleitet wird die Konferenz von Mitgliedern der Moon-Sekte.

Der Erzdiözese München und Freising ist der Vorfall ausgesprochen peinlich. Sprecher Christoph Kappes: „Wir sind nicht begeistert, dass diese Veranstaltung in Fürstenried stattfindet..“ Das Erzbistum sei jedoch erst informiert worden, als die Verträge bereits von Verantwortlichen vor Ort geschlossen worden waren, sagte Kappes einem Reporter des Bayerischen Rundfunks. Die katholische Kirche distanziere sich selbstverständlich von der Moon-Sekte. Künftig wolle man Anfragen genauer prüfen.

Die Moon-Sekte ist benannt nach ihrem koreanischen Gründer Sun Myung Moon. Moon, der 2012 starb, behauptete, er habe eine Vision von Jesus Christus gehabt. Seitdem gilt er bei seinen Anhängern als der zweite Messias. Schlagzeilen machte die Sekte in der Vergangenheit mit organisierten Massenhochzeiten.

Laut der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen sind in Deutschland rund 300 Familien Anhänger der Sekte.

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