Opfer mit Schusswaffe bedroht Besitzer eines Lotto-Ladens schlägt Räuber in die Flucht

, aktualisiert am 04.01.2018 - 16:16 Uhr
Das Geschäft an der Josef-Frankl-Straße: Der Überfall auf ihn ist missglückt. Foto: Linda Jessen

Am Mittwochnachmittag wurde ein Lottogeschäft in Feldmoching überfallen. Der Täter konnte entkommen, die Polizei fahndet nun nach dem Täter.

Feldmoching - Es ist bereits dunkel am Mittwochabend, als Martin Hopfensberger seinen Vater vom anderen Ende des Ladens laut seinen Namen schreien hört. Als er und eine Angestellte hinüberstürzen, blicken sie in den Lauf einer Handfeuerwaffe und bleiben wie angewurzelt stehen.

Da im Laden steht ein großer Mann, mit Kapuze auf dem Kopf und einem Palästinenserschal vor dem Gesicht. Das hatte er sich in den Sekunden, die Martin Hopfensberger bis zu seinem Vater brauchte, wieder zurecht gezogen. Denn als er einige Momente zuvor in den Laden gekommen war, einen Beutel über die Theke geworfen und mit vorgehaltener Waffe Geld gefordert hatte, hat ihm der völlig verdatterte Vater von Martin Hopfensberger das Tuch vom Gesicht gezogen.

Der Inhaber schimpft und flucht – der Dieb haut da lieber ab

Der Täter, der wohl schon damit nicht gerechnet hat, sieht nun den schimpfenden und fluchenden Ladenbesitzer auf sich zukommen und beschließt endgültig, dass er wohl besser die Biege macht. Er flüchtet über den Walter-Sedlmayer-Platz und verschwindet blitzschnell in der Dunkelheit.

Als einen Moment später ein Kunde nichtsahnende hereinkommt sieht er sich drei völlig erschrockenen Menschen gegenüber. Die Polizei sucht wenig später mit Hubschrauber und mehreren Streifenwagen nach dem Täter, der bleibt aber verschwunden.

Auch am nächsten Tag sitzt allen noch der Schreck in den Knochen, auch wenn der Betrieb schon wieder ganz normal weiterläuft. Denn dass die Reflexreaktion, dem Täter das Tuch vom Gesicht zu ziehen, gefährlich war, ist Martin Hopfensberger klar.

Polizei rät zu defensivem Verhalten

Auch die Polizei warnt eindringlich davor, sich in solchen Situationen zu wehren. Bei Tätern mit Schusswaffe ist zu defensivem Verhalten geraten. "Man überlegt natürlich, was gewesen wäre, wenn der Räuber anderes reagiert hätte. Es beschäftigt uns am meisten, dass wir gar nicht wussten, was da gerade passiert", sagt Hopfensberger.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Laden an der Josef-Frankl-Straße Opfer von Kriminellen wurde. Schon kurz nach der Eröffnung im August 2015 hatten Einbrecher mitten in der Nacht säckeweise Zigaretten gestohlen. Seitdem gibt es Sicherheitsschlösser.

"Vor Weihnachten hatte ich immer ein mulmiges Gefühl, da sind ja tendenziell viele solche Deppen unterwegs", erzählt die Angestellte und resümmiert: "Das hätten wir wirklich nicht gebraucht, dass das Jahr schon so anfängt."


Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Täterbeschreibung:
Männlich, ca. 25-30 Jahre alt, ca. 170 - 175 cm groß, schlanke Figur; bekleidet mit grauer Jogginghose, schwarzen Kapuzenpullover, blauer Jacke mit hellem Kragenbesatz, graue Handschuhe, sprach hochdeutsch ohne Dialekt und war maskiert mit einem "Palästinensertuch".

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