Oper Edita Gruberova bricht mit der Staatsoper

Die slowakische Sopranistin Edita Gruberova. Foto: dpa

Geladen war zur Präsentation eines Rollendebüts: Die Belcanto-Königin Edita Gruberova wird am 7. und 16. Juli im Gasteig erstmals die Alaide singen, die Hauptrolle in Vincenzo Bellinis selten gespielter Oper „La straniera“.

Zugleich teilte die Königin des Koloraturgesangs mit, dass das Münchner Opernpublikum sie nur noch wenige Male in einer szenischen Produktion erleben wird. Bei den Festspielen 2014 steht sie in Donizettis „Lucrezia Borgia“ zum letzten Mal auf der Bühne des Nationaltheaters.

Man habe ihr in München einfach nichts mehr angeboten. In den Festspielen 2012 sei durch den „Ring“ nichts möglich, habe es geheißen, auch für 2013 habe man nicht angefragt. Es sei ihr zudem zugetragen worden, dass „Norma“-Aufführungen ohne sie in Planung seien. Natürlich habe sie Nikolaus Bachler von „La straniera“ erzählt, doch sei er darauf zunächst nicht eingegangen. Als Bachler schließlich doch noch Interesse an der „Straniera“ signalisiert habe, hatte bereits ein anderes Haus zugegriffen: Die szenische Realisation der „Straniera“ werde 2013 mit Christoph Loy als Regisseur in Zürich stattfinden und 2015 nach Wien übernommen.

Zuletzt sei zwar noch ein Angebot für einige Aufführungen von „Roberto Devereux“ für 2015 gekommen. Doch sie habe sich entschlossen, dies abzulehnen. Am meisten bedauere sie den Abschied vom Publikum im Nationaltheater: „Hier sind die Leute einfach wunderbar. Sie kennen sich aus, wissen, an welchen Stellen man klatscht.“ Bleiben die konzertanten Aufführungen. Und die, so die Primadonna, seien nicht zu unterschätzen: „Ich kann mich dabei ganz auf die Musik konzentrieren – da erreicht man die gleiche Intensität wie auf der Bühne.“

Gruberova hatte 1970 als Königin der Nacht an der Staatsoper in Wien debütiert. Ihren internationalen Durchbruch brachte ihr 1976 die Rolle der Zerbinetta in der Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“. An der Oper in München begeisterte sie das Publikum unter anderem als Konstanze in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ sowie in den Donizetti-Opern „Lucia di Lammermoor“ , „Roberto Devereux“, "Lucrezia Borgia" sowie in Vincenzo Bellinis "I puritani" und "Norma".

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