19 Athleten aus der Landeshauptstadt treten bei Olympia an. Die AZ stellt die Münchner Hoffnungsträger für die Spiele in London 2012 vor.

MÜNCHEN Die Olympischen Spiele 2018 kommen nicht nach München. Dafür kommen die Münchner nun zu Olympia: 19 Sportler sind am Start, die aus der Stadt kommen, hier geboren sind oder für einen hiesigen Verein starten.

Wenn vom 27. Juli bis 12. August das weltweit größte Sportereignis in der englischen Metropole stattfindet, werden Medaillen in 26 Sportarten und 302 Wettbewerben vergeben. Ob im Rudern, Schießen oder auf der Judomatte – in London werden auch die 19 Teilnehmer mit Bezug zu München nach Bestleistungen streben. Die AZ stellt die Starter, die in München wohnen, hier geboren sind oder für einen Münchner Verein antreten, in einer Serie bis zum Start der Olympischen Spiele vor. Die Serie beginnt mit einem Überblick über die 19 Münchner Olympia-Hoffnungen:

Felix Brych (Fußball-Schiedsrichter): Neben Bibiana Steinhaus ist Brych der einzige deutsche Schiedsrichter beim olympischen Fußballturnier. Der 37-Jährige lebt in München und arbeitet für den Bayerischen Fußball-Verband. Brych ist seit 1999 DFB-Schiedsrichter und pfeift für den SV Am Hart München. Seit 2001 leitet er Spiele der 2. Bundesliga und seit 2004 Spiele der Bundesliga. Seine erste Bundesliga-Partie pfiff er am 28. August 2004, als Hertha BSC auf den 1. FSV Mainz 05 traf.

Munkhbayar Dorjsuren (Sportschießen): Seit dem Jahr 2000 startet Munkhbayar Dorjsuren für Deutschland. Zuvor war die 42-Jährige für ihr Heimatland Mongolei im Einsatz, sah dort nach den Olympischen Spielen in Sydney aber keine Perspektive mehr. Munkhbayar Dorjsuren ist mehrfache Weltmeisterin und Weltcupsiegerin und hat bereits zweimal das Silberne Lorbeerblatt erhalten. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona und 2008 in Peking holte sie mit der Sportpistole jeweils die Bronzemedaille. Munkhbayar Dorjsuren startet für die SGI Frankfurt/Oder und lebt mit ihrer Tochter in München.

Christian Dünnes (Volleyball): Seit einem Jahr spielt Christian Dünnes für die Bundesliga-Volleyballer von Generali Haching. Mit der deutschen Nationalmannschaft, für die der 28-Jährige seit 2006 spielt, will er bei den Olympischen Sommerspielen in London eine gute Rolle spielen. Nach Haching kam Christian Dünnes über Stationen wie das Volleyball-Internat Frankfurt, den VC Olympia Berlin, evivo Düren und den italienischen Verein Copra Piacenza. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison wurde er zum MVP, also zum wertvollsten Spieler gewählt.

Alexandra Engelhardt (Ringen): Wie viele Olympia-Teilnehmer gehört auch Alexandra Engelhardt der Bundeswehr an und startet für die KSG Luwigshafen. Die 29-Jährige ist in München geboren und aufgewachsen und hat als Ringerin in der Klasse bis 51 Kilogramm bereits mehrere deutsche Meistertitel und diverse Medaillen bei Europameisterschaften errungen. Bei deutschen Meisterschaften gab es sogar noch kein einziges Turnier, bei dem Alexandra Engelhardt nicht auf dem Treppchen stand.

Tobias Englmaier (Judo): In Landsberg geboren, startet Tobias Englmaier, 24, für seinen Heimatverein, den TSV Großhadern in der Bundesliga. Englmaier startet bereits seit 2003 international, 2006 und 2007 war er deutscher Juniorenmeister. Sein erster großer internationaler Erfolg war sein Sieg beim Weltcup in Lissabon 2010.

Kamghe Gaba (4x400 Meter Staffel): Die Staffel ist seine Spezialdisziplin. Fast alle Erfolge, die der 28-jährige Kamghe Gaba vorzuweisen hat, hat er mit drei anderen Läufern zustande gebracht. Kamghe Gaba war zweimal deutscher Meister und bereits bei den Olympischen Spielen in Athen und Peking dabei. Kamghe Gaba startet für die LG Stadtwerke München.

Ferdinand Gerz (Segeln): Zusammen mit Patrick Vollmann ist der Münchner Ferdinand Gerz mit seinen 23 Jahren einer der jüngsten Segel-Starter bei den Olympischen Spielen in London. Mit Patrick Vollmann stellt er außerdem das einzige bayerische Segelteam. Jüngst wurden sie zu den „Newcomern des Jahres” ausgezeichnet. Ferdinand Gerz startet im 470er-Boot.

Nina Hasselmann (Hockey): 2010 wurde sie zur Hockey-Spielerin des Jahres gewählt. Die Verteidigerin vom Münchner SC ist schon seit Jahren Nationalspielerin und wurde mit dem deutschen Team zuletzt Europameisterschaftszweite und Vierte bei der Weltmeisterschaft. In London will die 26-Jährige mit dem Team eine Medaille holen.

Anne Haug (Triathlon): Die 29-jährige Anne Haug startet unter anderem für die LG Stadtwerke München. Als Profi-Triathletin kann sie auf einen Erfolg bei einem Europacup sowie mehrere Podestplätze zurückblicken. Für die Olympischen Spiele in London qualifizierte sie sich im Mai in Madrid zusammen mit Svenja Bazlen.

Claudia Häusler (Radsport): Bereits seit 2001 gehört die 26-Jährige zum deutschen Team der Radfahrerinnen. Die Münchnerin, die in diesem Jahr für das Team Green Edge startet, ist eine Bergspezialistin und war bereits zweimal deutsche Meisterin.

Malte Mohr (Stabhochsprung): Wie Anne Haug war auch Malte Mohr lange Zeit für die LG Stadtwerke München aktiv, startet seit diesem Jahr aber für den TV Wattenscheid. Bei den zurückliegenden Halleneuropameisterschaften wurde der 25-Jährige einmal Dritter und einmal Zweiter. Auch Malte Mohr gehört der Bundeswehr an und hat sich am 31. Mai in Rom für Olympia qualifiziert. Seine persönliche Bestleistung liegt bei 5,91 Metern.

Marcel Nguyen (Turnen): Der 24-Jährige ist in München geboren, trainiert in Stuttgart und war bereits deutscher Meister und Europameister. Seine beste Disziplin ist der Barren. Nguyen startet für den TSV Unterhaching und war bereits in Peking Teil des deutschen Teams.

Sonja Pfeilschifter (Sportschießen): Sie tritt für die HSG München in der Luftgewehr-Bundesliga an und ist Sportsoldatin. In London nimmt Sonja Pfeilschifter bereits zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil. Die 41-Jährige ist fünffache Weltmeisterin und sechsfache Europameisterin und war mit der HSG München im Jahr 2010 deutsche Meisterin.

Tobias Unger (100-Meter- und 200-Meter-Sprinter): Der 32-Jährige ist in München geboren, lebt mittlerweile aber in Baden-Württemberg und startet dort für den VfB Stuttgart. Seit 2001 ist er Profisportler, für Deutschland startet er bereits seit 1997. Tobias Unger hat zahllose deutsche Meistertitel erlaufen und war bereits in Athen und Peking bei Olympia dabei.

Christopher Völk (Judo): Bei der Europameisterschaft in Istanbul kämpfte sich Christopher Völk im Jahr 2011auf den dritten Platz. In der Klasse bis 73 Kilogramm tritt der Regensburger zum ersten Mal bei Olympia an. Bei Europacups hat der 24-Jährige zudem einige Podestplätze und Titel vorzuweisen.

Max Weinhold (Hockey): Er ist amtierender Olympiasieger mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft und war in Peking 2008 der einzige deutsche Torhüter im Kader. Max Weinhold spielt für den Münchner SC und spielt bereits seit dem Jahr 2003 für die Nationalmannschaft. Der 30-Jährige hat mit dem Team nicht nur Gold bei Olympia gewonnen, sondern auch die Champions Trophy, sowie die Hallenwelt- und Europameisterschaft.

Alexandra Wenk (Schwimmen): Sie ist erst 17 und gehört bereits jetzt zum deutschen Olympia-Aufgebot. Geboren wurde Alexandra Wenk in München-Alt-Perlach, ist eine der jüngsten Europameisterinnen und die aktuelle deutsche Meisterin über die 100 Meter Schmetterling. Alexandra Wenk startet für die LG Stadtwerke München.

Christopher Zeller und Patrick Zeller (Hockey): Die Brüder spielen für den Hockey-Bundesligisten Rot-Weiß Köln, sind in München geboren und aufgewachsen und fahren als amtierende Olympiasieger nach London. 2008 holten sie mit dem deutschen Team in Peking die Goldmedaille.