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Olympia Kati Witt in Tränen: Kommt jetzt München 2022?

wbo, jos, vom 08.07.2011 09:00 Uhr
Kati Witt völlig aufgelöst: Das sympathische Olympia-Gesicht bricht bei der Bekanntgabe der Entscheidung in Tränen aus. Die Bilder Foto: dpa/dapd

Nach der Niederlage gibt es Spekulationen über eine erneute Bewerbung.Und zahlreiche Fragen bleiben offen. Die AZ beantwortet die wichtigsten davon

Die Entscheidung ist gefallen – gegen München 2018. Doch nach der Vergabe der Winterspiele an Pyeongchang bleiben zahlreiche Fragen offen. Die AZ beantwortet die wichtigsten davon:

Wer hat Schuld an der deutlichen Niederlage?
Welchen Einfluss die Streitereien mit den widerspenstigen Garmischer Grundstückseignern, die Auftritte von NOlympia oder auch der Rückzug von Ex-Bewerbungschefs Willy Bogner hatten, lässt sich nicht sagen. DOSB-Boss Thomas Bach, selbst IOC-Mitglied, sieht andere Gründe als ausschlaggebend an: „Wir waren der Meinung, es wäre an der Zeit, die Olympischen Wurzeln zu stärken in der Heimat des Wintersports. Aber das IOC hat das wohl anders gesehen. Es war ein Grundsatzentscheid, in neue Regionen und Märkte vorzustoßen.” Und: „Sicher hat ein gewisser Mitleidsfaktor bei der dritten Bewerbung (Pyeongchang war zweimal gescheitert, d.Red.) eine Rolle gespielt.”

Welchen Einfluss hatte der südkoreanische Konzern Samsung auf die Entscheidung? Darüber kann nur spekuliert werden. Gesichert ist lediglich, dass der Konzern einer der größten Geldgeber des IOC ist.

Hat Bundespräsident Wulff das IOC brüskiert?
Christian Wulff sprach vor dem IOC in Durban Deutsch. Internetblogger lieferten sich darüber sofort eine Debatte: Selbst der russische Ministerpräsident Wladimir Putin habe bei der Olympia-Präsentation für Sotschi Englisch gesprochen. Die Erklärung lieferte Jochen Färber, der 2018-Pressechef: „Er hat Deutsch gesprochen, weil die Bundespräsidenten und andere Staatsoberhäupter im Ausland in 99 Prozent der Fälle ihre Heimatsprache reden.” Zudem sei dies eine Frage des deutschen Protokolls, wie ein Sprecher des Bundespräsidenten bestätigt: „Der Bundespräsident spricht im staatspolitischen Gespräch immer Deutsch.” Ein Problem sei dies laut Färber nicht gewesen: „Alle Beiträge werden simultan in acht Sprachen übersetzt.”


Bewirbt sich München 2022 erneut?
OB Christian Ude ziert sich bislang. Er selbst könne ohnehin nicht mehr darum kämpfen, da seine letzte Amtszeit 2014 endet. „Darüber denkt man erst nachher nach”, sagte der SPD-Politiker gestern in Durban, „das will mit allen Beteiligten besprochen sein.” Auch IOC-Vize Thomas Bach spielt auf Zeit: „Wir müssen erst das Ergebnis analysieren, vielleicht gibt es Antworten, die uns weiterhelfen bei der Entscheidung, ob wir nochmal antreten sollen.” Wesentlich mehr Trotz legten die Botschafter und aktiven Sportler an den Tag. „Das Wichtigste ist jetzt, wieder aufzustehen und den nächsten Schritt Richtung 2022 zu machen”, erklärte Ski-Star Felix Neureuther.

Wie ist die Stimmung im Stadtrat?
Der grüne Bürgermeister Hep Monatzeder sagt zur neuerlichen Bewerbung strikt: „Nein!” Daniel Föst, Vorsitzender der FDP in München, meint: „Wir sollten jetzt schnell über eine erneute Bewerbung Münchens diskutieren. Der Großteil des Konzeptes steht und ist schlüssig. Ich wäre wieder dafür.” Auch der Münchner SPD-Vorsitzende Hans-Ullrich Pfaffmann ist dafür: „Die Stadtspitze und alle Akteure der Bewerbungsgesellschaft haben mit ihrer hervorragenden Präsentation weltweit Punkte sammeln können.” Ähnlich sieht dies Josef Schmid, CSU-Ratsfraktionschef: „Eine Bewerbung für die Winterspiele 2022 wird die CSU-Stadtratsfraktion nach Kräften unterstützen.”

Wann wird über eine Kandidatur 2022 entschieden?
Kommende Woche werde, so Thomas Bach, bei einer eingehenden Analyse darüber diskutiert. „Wir haben keinen Zeitdruck”, erklärte er. Zu klären ist zuvor die Frage, ob sich Deutschland in näherer Zukunft für Sommer- oder Winterspiele bewirbt. Zu oft sind deutsche Bewerber schon gescheitert (s. Kasten links).

Wer übernimmt die jetzt noch offenen Kosten?
Beim Budget von insgesamt 33 Millionen Euro kamen 87,5 Prozent durch Sponsoren herein. Zur Deckung fehlen nun noch immer 4,1 Millionen Euro. Dafür kommen jetzt die Gesellschafter auf: der DOSB, die Stadt München, der Freistaat, die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land.

Was wird aus der Bewerbungsgesellschaft?
Sollte München erneut antreten, gilt als gesichert, dass die Mannschaft um Bewerbungschef Bernhard Schwank weitgehend unverändert weiterarbeiten wird. Andernfalls muss die gescheiterte Bewerbung abgewickelt werden. „Und das”, so Geschäftsführer Jürgen Bühl, „dauert mindestens ein halbes Jahr.”

Kommentare (18)
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JUL
09
08:56 Uhr, geschrieben von Christa
Kati Witt
dann aber bitte mit einem bayerischen !!! Spitzensportler als Aushängeschild.... weg mit dem peussischen Super-Wendehals......
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JUL
09
08:49 Uhr, geschrieben von jupi
kommerz
nicht nochmal für diese kommerzsch...se bewerben. beckenbauer nur noch peinlich
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JUL
09
03:54 Uhr, geschrieben von Peter
Unwissen
An den Kommentaren der fundamentalistischen Nein-Sager sieht man mal wieder, dass es wohl in erster Linie an ihrem Unwissen über die Fakten liegt. Fakt ist, dass 87,5 Prozent der Gelder von Sponsoren bezahlt wurden - trotzdem behaupten die Herrschaften, die das nicht kapieren wollen, das wären alles Steuergelder gewesen. Aber wenns darum geht, dem Herrn Stoiber ein luxuriöses Büro in Bestlage zu finanzieren oder dem Betrüger-Baron Gutti mit Polizeieskorte zum BonJovi-Konzert zu fahren, dann regt sich hier keiner der Maulhelden auf, dass das aus Steuergelder bezahlt wird.
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