Das Oktoberfest wird nachhaltiger – jeder Besucher kann seine CO2-Bilanz vor Ort wieder ausgleichen. Was sonst neu ist

Na, des steht sonst gleich auf Youtube“, scherzt Christian Schottenhamel, als die Radioreporterin bittet, es sollen doch mal alle „Prosit“ singen. Alle, das sind die Wiesnwirte, die hier fast vollzählig in der Sonne stehen und ihren neuen Wiesnwirte-Krug in die Kamera strecken. Der Aufbau ist im vollen Gange – jetzt haben die Wirte ins Andechser am Dom gebeten, um einige Neuerungen zu präsentieren. Kein Zufall, dass der Termin zum ersten Mal in der Wirtschaft des umstrittenen Wirts Sepp Krätz stattfindet: „Wir wollen die Verbundenheit mit unserem Kollegen zeigen“, sagt Wirtesprecher Toni Roiderer.

Und das sind die Wiesn-Neuheiten 2012:

DER KRUG Drei dicke Bedienungen halten eine Reihe Maßkrüge, im Hintergrund die Wiesn. Entworfen hat das zum vierten Mal die Künstlerin Tita Gronemeyer, mit Zinndeckel ist er für 33 Euro, ohne für 20 zu haben. Die Auflage liegt bei 6000 Stück. Stephanie Spendler vom Löwenbräu, Wiggerl Hagns Tochter, meint: „Das Gute als Frau ist, dass man immer gut ausschaut, wenn man den Krug in der Hand hat!“

OIDE WIESN Fällt heuer aus. Wegen des Zentralen Landwirtschaftsfests ist dieses Jahr kein Platz für sie. „Vielleicht gibt’s ja mal eine Möglichkeit, dass das ZLF irgendwann auf die Neue Messe zieht, dann hätten wir die Oide Wiesn immer“, kommentiert Roiderer. „Sie ist eine schöne Ergänzung.“

ÖKO MIT HERZ(EN) Die Wiesn bezieht von den Stadtwerken Ökostrom. Zu kaufen gibt’s – zum Ausgleich der persönlichen CO2-Bilanz – Klimaherzen aus Lebkuchen: Ein Teil des Erlöses geht an Emissionsschutz-Projekte. Dazu kommen – „so weit es geht“, sagt Roiderer – die Produkte in den Zelten aus Bayern.

RAUCHER Die haben letztes Jahr in den meisten Zelten schon einen Platz gefunden, ob auf überdachten Balkonen wie im Weinzelt und der Fischer Vroni oder in Gärten wie im Käfer- oder im Schützenfestzelt. Heuer gibt’s im Hacker und in der Bräurosl neu einen überdachten Bereich für Raucher. Oder sie gehen raus. „Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass in Gaststätten nicht mehr geraucht wird“, sagt Günter Steinberg vom Hofbräu Festzelt. „Bei uns bekommen die Leute einen Stempel wie in der Disko.“ Die Ordner sorgen dafür, dass kein Bier mit nach draußen kommt. Ansonsten fallen Änderungen in den Zelten eher klein aus: Die Plätze in den Boxen der Ochsenbraterei etwa haben Rückenlehnen bekommen, keiner sitzt mehr mit dem Rücken zur Kapelle – dafür fallen knappe 250 Plätze weg.

ZUR ERINNERUNG Die Maß kostet heuer zwischen 9,10 Euro und 9,50 Euro.